Nachrichten Sport

Schweden sagt Fußball-Trainingslager in Katar ab

Doha (Foto: Lucca Belliboni auf Unsplash)

Verband äußert Bedenken wegen Arbeiterrechten in WM-Gastgeberland

Stockholm (AFP) – Der schwedische Fußballverband hat ein für Januar geplantes Trainingslager in Katar aufgrund von Bedenken wegen der Menschenrechtslage in dem Golfstaat abgesagt. Der Verband SVFF machte die Absage am Mittwoch publik. Dies geschehe aus Sorge um jene Wanderarbeiter, die für die Vorbereitungen der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar angeheuert wurden. Zuvor hatte es Diskussionen zwischen dem Sportverband und schwedischen Vereinen gegeben.

“Es ist klar, dass es einen Konsens unter den Clubs gegen die Organisation dieses Camps in Katar gibt”, verkündete der Präsident des schwedischen Fußballverbands, Håkan Sjöstrand. “Das Trainingslager im Januar ist sportlich gesehen wichtig für uns, wir arbeiten daran, dass es im nächsten Jahr anderswo stattfinden kann.”

Schweden und seine skandinavischen Nachbarländer hatten zuvor bei einer Kampagne in vorderster Front gestanden, die den Weltfußballverband Fifa zu besseren Bedingungen für die Arbeiter in Katar bewegen soll.

Der WM-Gastgeber des kommenden Jahres war wiederholt wegen der dortigen Menschenrechtslage und der Bedingungen für die Arbeiter auf den Stadionbaustellen in die Kritik geraten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte im August Untersuchungen zum Tod tausender Arbeitsmigranten in Katar gefordert. Demnach seien zahlreiche Fälle der vergangenen zehn Jahre nicht aufgeklärt worden. Norwegen hatte zuletzt damit gedroht, die WM zu boykottieren – ein Schritt, der im Juni bei einem außerordentlichen Kongress mehrheitlich abgelehnt worden war.


Werden Sie Teil der CSR NEWS-Community, gestalten Sie den Nachhaltigkeitsdialog mit, vermitteln Sie Impulse in unsere Gesellschaft und lesen Sie uns auch als eBook (PDF/ePUB). > Weitere Infos

Hinterlassen Sie einen Kommentar