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Maschinenbauer gegen Fokussierung auf Elektromobilität

Joenomias auf pixabay.com

Verband macht sich vor Vorstellung von EU-Plänen für E-Fuels stark

Berlin (AFP) – Kurz vor der Vorstellung der EU-Pläne zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei Autos hat der Maschinenbauverband VDMA gefordert, nicht allein auf Elektromobilität zu setzen. Die EU-Kommission sollte die Chance nutzen, ein “Zeichen für Technologieoffenheit” zu setzen, erklärte der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen am Montag. Er verlangte, den Weg zu sogenannten E-Fuels nicht zu verbauen.

Die Elektromobilität werde zwar eine “herausgehobene Rolle” bei der Dekarbonisierung des Verkehrs spielen, erklärte Rauen. “Es wäre allerdings ein grober Fehler, wenn die EU-Kommission jetzt mit einem viel zu engen regulatorischen Fokus anderen CO2-neutralen Antriebsoptionen, wie zum Beispiel dem Einsatz von E-Fuels, den Weg verbauen würde.” E-Fuels sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe.

Gerade für viele Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau werde ein CO2-neutral betriebener Verbrennungsmotor noch lange unersetzlich bleiben, zeigte sich Rauen überzeugt. Die derzeit diskutierte Vorgabe, dass Neufahrzeuge ab 2035 keinerlei CO2 mehr ausstoßen dürfen, käme zudem einem “faktischen Verbot der Nutzung von E-Fuels gleich”.

Rauen forderte stattdessen, die gesamte CO2-Bilanz eines Fahrzeugs zu betrachten. “Diese ist bei einem Elektrofahrzeug und einem mit erneuerbaren, nachhaltigen Kraftstoffen betriebenen Fahrzeug vergleichbar”, erklärte der VDMA-Geschäftsführer.

Die EU-Kommission will am Mittwoch ihre Pläne zur Reduzierung von CO2-Emissionen neuer Fahrzeuge vorstellen. Diese sollen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts auf null gehen. Hintergrund ist, dass die EU bis zum Jahr 2050 CO2-neutral sein will.


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