Mobilität Nachrichten

Deutschlands Autobauer auf Tempo 130 vorbereitet

Denys Nevozhai auf Unsplash

VW-Chef Diess: Bei Elektroautos kein Tempolimit nötig

Düsseldorf (AFP) – Die deutsche Autoindustrie stellt sich auf die Einführung von Tempolimits auf Autobahnen nach der Bundestagswahl vor. Ihr Geschäft sehen die Unternehmen laut einem Bericht des “Handelsblatts” davon aber nicht mehr groß bedroht. VW-Chef Herbert Diess sagte der Zeitung (Mittwochsausgabe): “Wir verkaufen unsere Autos auf der ganzen Welt, auch in den Ländern mit Tempolimit. Insofern bedarf es keiner besonderen Vorbereitung.”

“Worauf wir uns natürlich vorbereiten, ist die E-Mobilitätswende und das autonome Fahren”, sagte Diess weiter. In der elektrischen Welt werde ohnehin langsamer gefahren, weil die Fahrzeuge bei höheren Geschwindigkeiten schneller an Reichweite verlören. “Bei 160 ist der Reichweitenverlust schon beachtlich, Tempo 200 fährt man nur für kurze Zeit”, sagte Diess dem “Handelsblatt”. “Auch deshalb frage ich mich, ob wir überhaupt ein Tempolimit brauchen.” Der VW-Chef fuhr laut Zeitung mit dem Elektroauto in den Urlaub nach Italien.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warb erneut für ein Tempolimit: Sämtliche andere Industrieländer hätten längst eine vernünftige Geschwindigkeitsbegrenzung, sagte er dem “Handelsblatt”. Das “Sicherheitstempo 130” erhöhe die Sicherheit auf Autobahnen, es senke Lärm, Schadstoffe und Kohlendioxidausstoß. “Und es wäre auch hilfreich, um Innovationen im Straßenverkehr wie die Elektromobilität und autonomes Fahren voranzubringen”, sagte Hofreiter weiter.

Auch die SPD ist für ein Tempolimit. “Geschwindigkeitsbegrenzungen führen zudem zu weniger Unfällen und somit zu weniger Verkehrstoten und Verletzten”, sagte Parteichefin Saskia Esken der Zeitung. Weniger Unfälle bedeuteten auch weniger Staus. “Ein Tempolimit schont zusätzlich den eigenen Geldbeutel und senkt das Stresslevel beim Fahren.”

Die IG Metall, die mehrere hunderttausend Beschäftigte in der Autoindustrie zählt, erklärte sich bei dem Thema “neutral”. Die Gewerkschaft hofft auf eine “wohlüberlegte Entscheidung” des Gesetzgebers.


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