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Bundestag: Mehr Frauen in Vorständen großer Unternehmen

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Gesetz beschlossen – Lambrecht: Schluss mit reinen Männerclubs

Berlin (AFP) – Der Bundestag hat am Freitag dem Gesetz zur Stärkung der Position von Frauen in Vorständen großer Unternehmen zugestimmt. Für den Entwurf stimmten die Koalitionsfraktionen, AfD und FDP votierten dagegen, die Linksfraktion und die Grünen enthielten sich. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) begrüßte die Zustimmung – hochqualifizierte Frauen stießen “bisher noch immer viel zu häufig an gläserne Decken”, erklärte sie.

“Es gibt in den Vorständen immer noch reine Männerclubs, die gern unter sich bleiben”, fuhr Lambrecht fort. “Damit wird zukünftig Schluss sein. Wir geben qualifizierten und motivierten Frauen die Möglichkeiten, die sie verdienen.”

Das Gesetz betrifft börsennotierte und zugleich paritätisch mitbestimmte Unternehmen der Privatwirtschaft mit mehr als 2000 Beschäftigten. Laut Bundesregierung sind etwa 70 Unternehmen betroffen, von denen aktuell 30 keine Frau im Vorstand haben.

Außerdem soll in Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes – wie beispielsweise Deutsche Bahn, Bundesdruckerei oder Deutsche Flugsicherung – in Vorständen mit mehr als zwei Mitgliedern mindestens eine Frau sitzen. Auch in Körperschaften des öffentlichen Rechts wie den Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherungsträgern und bei der Bundesagentur für Arbeit wird eine Mindestbeteiligung von einer Frau in mehrköpfigen Vorständen eingeführt.

Lambrecht begrüßte zudem, dass das Gesetz im Familienausschuss um eine Regelung zu einer “Auszeit” von Geschäftsleitungsmitgliedern bei Mutterschutz, Elternzeit, Krankheit und Pflege eines Familienangehörigen ergänzt worden war. Dies trage zur besseren Vereinbarkeit “auch von Spitzenjob und Familie” bei. “Denn es kann nicht sein, dass Karrieren darunter leiden, wenn Frauen in Mutterschutz oder Väter in Elternzeit gehen oder sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern.”

Die neuen Regelungen würden eine “Ausstrahlwirkung auf die gesamte Wirtschaft haben”, ergänzte Lambrecht. Bereits bei der 2015 eingeführten Quote für Aufsichtsräte habe sich gezeigt: “Quotenregelungen wirken – und zwar nachhaltig”. Sie veränderten nicht nur die Zusammensetzung der Führungsgremien, sondern wirkten sich “auf die gesamte Unternehmenskultur aus”.


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