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Bundestag beschließt Verbot des Tötens männlicher Küken

Küken (Michael Anfang auf Unsplash)

Tierschützern reichen die Regelungen nicht

Berlin (AFP) – Der Bundestag hat dem Gesetzentwurf zum Verbot des Tötens männlicher Küken zugestimmt. Das Parlament billigte am Donnerstagabend mehrheitlich eine von der Regierung vorgelegte Änderung des Tierschutzgesetzes, mit der das Kükentöten ab dem 1. Januar 2022 beendet werden soll. Im vergangenen Jahr waren mehr als 40 Millionen männliche Eintagsküken geschreddert oder erstickt worden, weil ihre Aufzucht unrentabel ist.

Betriebe sollen künftig unter anderem auf neue Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei setzen. Dadurch sollen männliche Küken gar nicht erst ausgebrütet werden. Diese Verfahren sehen derzeit eine Bestimmung des Geschlechts zwischen dem 9. und 14. Bebrütungstag vor. Künftig soll dies noch früher möglich sein. Das Gesetz sieht deshalb außerdem vor, dass ab 2024 das Töten von Hühnerembryonen bereits nach dem sechsten Bruttag verboten ist.

Die Regierung hatte das Verbot des Kükentötens im Januar beschlossen. Anfang März forderte der Bundesrat in einer Stellungnahme einen sogenannten Erlaubnisvorbehalt, Küken zu Futterzwecken zu töten. Nun muss sich der Bundesrat erneut abschließend mit dem Gesetz befassen.

Kritik von Tierschutzorganisationen

Tier- und Verbraucherschützer haben das Gesetz zum Verbot des Kükentötens als unzureichend kritisiert. “In den Ställen kann es nicht so weitergehen wie bisher”, sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Freitag.

Das Aussortieren von Eiern könne nur eine Übergangslösung sein, sagte Bandt vom BUND weiter. Nötig sei ein grundlegender Umbau der Tierhaltung mit anderen Zuchtzielen und besseren Haltungsbedingungen. “In der Hühnerhaltung muss zukünftig konsequent auf sogenannte Zweinutzungshühner gesetzt werden, die Eier legen und Fleisch liefern können.”

Auch Foodwatch kritisierte das Gesetz: “Das Kükentöten wird beendet, aber das Leid in den Hühnerställen geht unvermindert weiter”, sagte Foodwatch-Strategiedirektor Matthias Wolfschmidt. Ein Großteil der Eier werde von “kranken, leidenden Hennen gelegt – und dieses Elend wird nur dann aufhören, wenn robustere Hühnerrassen eingesetzt werden und klare gesetzliche Vorgaben sicherstellen, dass die Tiere nicht massenhaft krank gemacht werden und Schmerzen leiden”.

 

 


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