36.CSR-MAGAZIN Gesellschaft Meldungen aus Unternehmen & NGOs

Wie ein Pilz durch den Asphalt

Nico Smit on Unsplash

Die große Transformation – Fiktion oder Realität. Ein Beitrag der Stiftung Jürgen Kutsch

Wer sich aufmerksam in der Gesellschaft bewegt, dem kann es nicht entgehen, dass „die große Transformation“ nicht nur schon begonnen hat, sondern bereits in vollem Gange ist. Gemäß der afrikanischen Weisheit „viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“ ist zu beobachten, dass kultur- und generationenübergreifend Initiativen entstehen, die sich mit dem aktuellen Status quo nicht abfinden wollen.

Von Jürgen Kutsch

Diese Bewegung ist keine Revolution, die immer etwas mit ultimativen Forderungen durch umstürzlerische Gewalt in sich trägt, sondern wird aus einem Geist mit dem Willen einer konstruktiven Erneuerung getragen. Eine ideologisch aufgeladene Steuerung, zentralistisch-bürokratisch eingeengt, ist ihr fremd. Sie lebt aus dem Impuls, die Welt gerechter, fairer und sauberer zu gestalten. Dabei gucken die Menschen in ihr direktes Umfeld, erkennen den Bedarf und setzen ihn dort gemeinsam handelnd um.

Jürgen Kutsch

Diese Bewegung genügt sich selber, fragt nicht mehr nach „Mehr“, sondern füllt die zu oft herrschende Leere mit dem Licht der Hoffnung, dass die herrschenden Missstände, die aufgrund ihrer Komplexität unüberwindbar erscheinen, nicht das letzte Wort behalten. Beeindruckend ist die Sanftheit, mit der oft unscheinbar kleine Projekte umgesetzt werden – verbindend und damit der Gesellschaft dienend, anstatt sie zu spalten.

Eindrucksvoll auch, wie sie – durch Erfahrungen der Vergangenheit geläutert – pragmatisch agiert, ohne sich in einem illusionären Wolkenreich in unrealistischen Phantasien zu verlieren. Immer mehr Menschen haben Grenzen erkannt, in denen sie agieren können, und sie nutzen diesen Spielraum kreativ aus – den Mitmenschen und die Umwelt im Blick. Es ist die Rückkehr der Verantwortung, die diesen Wandel prägt – und die Geburt einer Spiritualität, die sich im Logòs des Friedens von der individualistischen Egozentrik fortbewegt in die Mitte der Gesellschaft.


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