Kakao Nachrichten

Elfenbeinküste: Kakaopreis wegen Corona stark gefallen

Rodrigo Flores auf Unsplash

Verbrauch weltweit gesunken

Abidjan (AFP / CSR NEWS) – Der Preis für Kakao im Hauptanbauland Elfenbeinküste ist wegen der weltweiten Corona-Krise stark gefallen. Die Produzenten in dem westafrikanischen Staat bekommen pro Kilo derzeit 750 CFA-Francs (1,14 Euro); im Herbst waren es 1000 CFA-Francs, wie die Kaffee-Kakao-Vereinigung (CCC) des Landes am Mittwoch mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie sei der Verbrauch weltweit gesunken – das Angebot übersteige die Nachfrage.

CCC-Chef Yves Koné rief die Produzenten auf, die Kakaoproduktion auf dem derzeitigen Niveau zu belassen. “Die Bauern dürfen keine neuen Felder anlegen.”

Die Elfenbeinküste und das benachbarte Ghana, ebenfalls ein wichtiger Kakaoproduzent, hatten Anfang Oktober kurz vor den Präsidentschaftswahlen in beiden Ländern eine Kampagne für den Mindestpreis von 1000 CFA-Francs pro Kilo Kakao gestartet. Internationale Unternehmen, die den Preis nicht zahlen wollten, wurden angeprangert, und zwar auch international.

Der Preis von 750 CFA-Francs sei nun “die Rückkehr zur Realität”, sagte ein Experte, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP in der ivorischen Handelsmetropole Abidjan. Dieser Preis entspreche dem, was die Bauern tatsächlich erhielten. Auch er riet dringend zur Begrenzung der Produktion, um den Preis wieder anheben zu können.

In der laufenden Saison 2020/2021 dürfte die Elfenbeinküste mehr als 2,1 Millionen Tonnen Kakao produzieren, wie die Internationale Kakaoorganisation schätzt. Das Land ist mit einem Anteil von etwa 40 Prozent der größte Produzent der Welt. Laut Weltbank erwirtschaftet die Elfenbeinküste mit dem Kakao zehn bis 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das “braune Gold” steht für 40 Prozent seiner Exporte, vom Kakao leben fünf bis sechs Millionen Menschen und damit jeder Fünfte im Land. Die Hälfte der Kakaobauern lebt demnach aber unter der Armutsschwelle. Zudem gilt die Armut der Kakaobauern als Hauptursache für die nach wie vor hohe Kinderarbeit in der Region.


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