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Artenschutzpakt – wie Pariser Klimaabkommen

Juan Pablo Mascanfroni auf Unsplash

Von der Leyen warnt vor erhöhten Pandemie-Risiken und wirtschaftlichen Schäden

Brüssel (AFP) – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine weltweite Vereinbarung zum Schutz der Artenvielfalt nach dem Vorbild des Pariser Klimaabkommens vorgeschlagen. Ein solches Biodiversitätsabkommen könne dieses Jahr beim UN-Gipfel zu dem Thema in China geschlossen werden, sagte von der Leyen am Dienstag in ihrer Video-Rede beim Weltwirtschaftsforum. Demnach ist Artenvielfalt wesentlich für den Schutz vor Pandemien und dem Klimawandel sowie für den Erhalt vieler Wirtschaftszweige.

“Wenn wir nicht dringend handeln, um unsere Natur zu schützen, wird die nächste Pandemie vor der Tür stehen”, sagte von der Leyen. Sie verwies auf Erfahrungen mit der Ausbreitung des Ebola-Virus. Sie sei durch die Abholzung von Wäldern in Afrika begünstigt worden, weil als Überträger fungierende Fledermäuse dadurch Lebensräume näher an Menschen gesucht hätten.

“Wenn wir unsere Wälder verlieren, (…) verlieren wir auch unseren zentralen Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel”, fuhr von der Leyen fort. Die EU wolle deshalb demnächst “einen rechtlichen Rahmen für die Wiederherstellung gesunder Ökosysteme präsentieren”. Ziel sei es, mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen in Europa zu schützen.

Es gebe aber auch wirtschaftliche Gründe, sagte von der Leyen. “Mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung hängt von einer gut funktionierenden biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen ab”, sagte sie. Dies reiche “von der Ernährung bis zum Tourismus”.

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