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Von der Leyen: Green Deal braucht Wirtschaftspioniere

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrem Grußwort (Screenshot)

Erste Digitalkonferenz der Stiftung 2 Grad

Berlin (csr-news) – Der europäische Green Deal braucht Vordenkerinnen und Pioniere aus der Wirtschaft, um erfolgreich sein zu können. Das sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag anlässlich einer digitalen Konferenz der Stiftung 2 Grad. „Wenn wir bei dem großen Ziel vorankommen wollen, müssen wir mit der Wirtschaft neue Wege gehen.“ Von der Leyen weiter: „Der Kampf gegen den Klimawandel ist die größte Verpflichtung unserer Generation, aber er ist zugleich auch die größte Chance.“ Expertise in Klimaschutztechnologien könne europäischen Betrieben einen Startvorteil auf internationalen Märkten geben. „Wir in Europa wollen zeigen, dass Innovation und Klimaschutz und eine gewinnbringende Kreislaufwirtschaft Hand in Hand gehen können“, so die Kommissionspräsidentin in ihrer Videobotschaft.

Von der Leyen sagte, dass der europäische Green Deal massive Investitionen in eine grüne Wirtschaft vorsehe. So solle Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. In Ergänzung dazu gieße das von der Kommission vorgelegte Europäische Klimagesetz „das politische Programm in Paragraphen“, mache Ziele für alle Mitgliedsstaaten verbindlich und schaffe die für Unternehmen notwendige Planungssicherheit. Auf dem Weg zur Klimaneutralität sollen nach dem Willen der Kommission die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zurückgefahren werden. Eine von der EU beauftragte Folgeabschätzung zeige: „Wirtschaft und Industrie können den notwendigen Wandel bis 2030 schaffen“, so von der Leyen.

Mehrwert einer Gemeinschaft

Bedrückende Daten aus der Wissenschaft, protestierende junge Leute auf den Straßen und extreme Wetterphänomene hätten manchen Kritiker des Green Deal zum Umdenken gebracht. Allerdings habe in diesem Jahr die Corona-Pandemie zu Zweifeln an der Klimaschutzstrategie geführt. Von der Leyen: „Gerade wegen der Pandemie müssen wir unsere Anstrengungen verstärken.“ Es sei weiter Überzeugungsarbeit zu leisten. „Der Europäische Green Deal wird dann Erfolg haben, wenn wir nicht nur an die Vernunft appellieren, sondern auch an die Sinne“, sagte die Kommissionspräsidentin. In den harten Pandemiezeiten spürten die Menschen den Mehrwert einer Gemeinschaft. Den Unternehmern sicherte von der Leyen „europäischen Geleitschutz für das Unternehmertum auf den Weltmärkten“ zu.

Klimaschutz wird in Amerika weitergehen

Auf der Tagung spielte auch die Präsidentschaftswahl in den USA eine Rolle. Wie Michael Otto, der Präsident der Stiftung 2 Grad und Aufsichtsratsvorsitzende  der Otto Group, sagte, sei es für den Klimaschutz „besser, wenn Joe Biden gewinnt“. Biden habe eine Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen und Investitionen in die Klimaforschung angekündigt. Aber: „Die Präsidenten in Amerika haben nur begrenzten Einfluss auf den Klimaschutz“. Viele der US-Bundesstaaten setzten sich engagiert für den Klimaschutz ein. „Es wird auch in Amerika weitergehen“, so Otto.

Chancen für neue Geschäftsmodelle

Für den Unternehmer Otto ist es „erstmal ganz wichtig, dass wir ein europäisches Klimaschutzgesetz bekommen und uns auf die europäischen Klimaschutzziele einigen, damit wir ins Handeln kommen.“ Die Wirtschaft brauche langfristig verlässliche Rahmenbedingungen, um in Klimaschutz investieren zu können.

Gefragt sei aber nicht nur die Politik. „Ich meine, dass deutsche Unternehmer ganz klar ein Zeichen setzen können, dass Klimaschutz nicht nur eine Belastung ist“, so Otto. Es gehe auch darum, Chancen für eine Modernisierung der Unternehmen, für neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsplätze zu nutzen.

Merkel: Erleuchtende Beispiele

Ähnlich äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Grußbotschaft an die Tagungsteilnehmer. „Ich verstehe den Klimaschutz nicht als Wachstumshindernis, sondern als Wachstumstreiber“, sagte die Kanzlerin. In diesem Sinne böten die Mitgliedsunternehmen der Stiftung 2 Grad „erleuchtende Beispiele“ und wertvolle Hinweise an die Politik.

30 Prozent Stiftungswachstum

Wie die Vorständin der Stiftung 2 Grad, Sabine Nallinger, auf der ersten Digitalkonferenz ihrer Institution sagte, sei das Thema Klimaschutz in den Vorstandsetagen der Industrien – auch der energieintensiven – angekommen. Die Stiftung sei in diesem Jahr um 30 Prozent gewachsen und habe „den größten Unternehmerapell in der Geschichte Deutschlands starten“ können.

Die Stiftung im Internet: https://www.stiftung2grad.de/


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