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Rewe bietet erste unverpackte Produkte

Foto: Achim Halfmann

Hoher Anspruch bei Qualität und Hygiene: Pia Schnück im Interview für das 35. CSR MAGAZIN

Pia Schnück ist Funktionsbereichsleiterin Nachhaltigkeit Ware der Rewe Group. Die Handelskette reduziert Plastikverpackung – schrittweise. Über die Herausforderungen sprach Achim Halfmann für das CSR MAGAZIN mit der Managerin.

CSR MAGAZIN: Unverpackt-Läden sind seit einigen Jahren ein Trend. Warum ist das Angebot, Lebensmittel unverpackt anzubieten, nicht so einfach umsetzbar?

Pia Schnück: Die Herausforderungen sind tatsächlich komplex: Ich bin selbst Kundin in einem Unverpackt-Laden: Ein Besuch dort ist aber eher ein Erlebnisausflug als effektives Einkaufen. Im Umfeld von Unverpackt-Läden gibt es viele manuelle Prozesse wie das Abfüllen oder das Wiegen.

Für den Lebensmittel-Einzelhandel mit Millionen von Kunden gelten ganz andere Dimensionen. Wir bei REWE stellen uns einem hohen Anspruch bei Qualität und Hygiene, so dass wir genau überlegen und planen müssen, wie wir Prozesse gestalten.

Einen großen Hebel zur Vermeidung von Verpackungen sehen wir zum Beispiel bei Ost und Gemüse, die in der Vergangenheit auch stark verpackt waren. Aber auch hier gilt, dass wir auf die Kundenakzeptanz angewiesen sind: Es ist niemandem geholfen, wenn der Kunde von den unverpackten auf verpackte Produkte umschwenkt, weil ihm das Abfüllen in eine eigene Tasche zu aufwändig erscheint.

Insgesamt verfolgen wir bei unserer Verpackungsstrategie einen Dreischritt: Vermeiden vor Verringern vor Verbessern.

Welche Schritte sind in Märkten wie denen von Rewe nötig, um unverpackte Produkte anbieten zu können?

Es fängt damit an, dass wir ein Unverpackt- oder Mehrweg-System finden müssen, das für bestimmte Teilsegmente funktioniert. Dann prüfen wir, wie sich das mit unseren Lieferanten verwirklichen lässt. Maschinen in unserer Zulieferkette sind oft auf verpackte Lebensmittel ausgerichtet. Da passiert viel im Hintergrund, bevor wir so weit sind, in unseren Märkten auf verpackungslöse Ansätze umzustellen.

Die Einführung unverpackter Produkte in den Märkten ist dann ein schrittweiser Prozess: Wir haben zunächst Mehrwegnetze angeboten und dann in einzelnen Märkten Erfahrungen mit dem Handling und der Kundenakzeptanz unverpackter Produkte gesammelt. Marktpersonal muss geschult werden und die Kommunikation in Richtung Kunde erfolgt Schritt für Schritt.


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