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Die ökologische Landwirtschaft wächst stetig

Lukasz Szmigiel auf Unsplash

Noch nicht im Mainstream angekommen. Prof. Dr. Christian Herzig im Interview für das 35. CSR MAGAZIN

An der Universität Kassel beschäftigt sich Prof. Christian Herzig mit Fragen der internationalen Lebensmittelherstellung. Der promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler leitet das Fachgebiet „Management in der internationalen Ernährungswirtschaft“ am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften. Für das CSR MAGAZIN sprach Achim Halfmann mit dem Wissenschaftler.

Christian Herzig im Interview

Was müsste geschehen, um eine ökologische Landwirtschaft stärker in den Mainstream zu bringen?

Prof. Dr. Christian Herzig: Die ökologische Landwirtschaft wächst stetig seit vielen Jahren. Sie ist aber tatsächlich noch nicht im Mainstream angekommen, wenngleich die gegenwärtige Corona-Pandemie Konsumenten vermehrt zu Produkten aus ökologischer Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung greifen lässt. Der Absatz an Bioprodukten wächst dadurch im zweistelligen Prozentbereich. COVID 19 wird als ein globales Risiko wahrgenommen – Bio-Lebensmittel aus der Region setzen dem etwas Positives entgegen und vermitteln den Menschen ein besseres Gefühl.

Eine weitere Voraussetzung für das Wachstum der Branche ist, dass Bioprodukte zugänglicher geworden sind. Hier sind die Kooperationen von Bioverbänden mit Discountern und Vollsortimentern wesentlich.

Aber auch die aktuell eingeschränkte Mobilität bietet einen Erklärungsansatz: Menschen sind vermehrt Zuhause und kochen wieder mehr selbst. Das trägt zu einem bewussteren Konsum und Wertschätzung für Lebensmittel bei – im Vergleich zu unterwegs schnell und nebenbei aufgenommenen Mahlzeiten.

Ich denke, die Wachstumseffekte bei Biolebensmitteln werden auch nach Corona zu beobachten sein. Ich sehe zum Beispiel ein riesiges Potential in der Außer-Haus-Verpflegung, das bisher noch zu wenig ausgeschöpft wurde. Entrepreneure bringen hier innovative Ideen ein. Öffentliche Vorgaben bzw. Quoten würden weiteren Schwung bringen.

Studien belegen zudem ein kontinuierliches Wachstum auf der Angebotsseite. Die ökologische Landwirtschaft in Deutschland verzeichnet einen Flächenzuwachs, Biomilch-Betriebe erzielen höhere Gewinnspannen und die Mengen verantwortungsvoll produzierter Eier steigen.

Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten Förderprogramme wie das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung. Etwa 30 Millionen Euro stehen hierdurch in Deutschland jährlich für zum Beispiel Betriebsumstellungen, Beratungen und Unterrichtseinheiten für Bildungsträger zur Verfügung. So ist in 20 Jahren ein insgesamt beachtlicher Strauß an unterschiedlichen Maßnahmen entstanden.


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