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Globalisierung als Chance für die ganze Gesellschaft

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Digitale Spaltung gefährdet soziale Nachhaltigkeit – ein Beitrag für das 35. CSR MAGAZIN

In vielen Ländern und vor allem in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften äußern Menschen wachsenden Unmut über die Globalisierung. Sie haben oft den Eindruck, dass vor allem ein kleiner, ohnehin besser gestellter Teil der Bevölkerung von den Vorteilen profitiert. Die soziale Nachhaltigkeit scheint gefährdet.

Von Thomas Osburg

Die andauernde Globalisierung hat neben den ökonomischen und ökologischen Aspekten einen starken Einfluss auf die soziale Nachhaltigkeit. Im Brundtland-Report (Our Common Future, 1987) wird diese Form der Nachhaltigkeit definiert: „Ein Staat oder eine Gesellschaft sollte so organisiert sein, dass sich die sozialen Spannungen in Grenzen halten und Konflikte nicht eskalieren, sondern auf friedlichem und zivilem Wege ausgetragen werden können.“ Oder etwas vereinfacht ausgedrückt: Welche Gesellschaft wollen wir, und wie gesund ist diese Gesellschaft?

Viele Bürgerinnen und Bürger sind aber immer unzufriedener darüber, wie die internationale ökonomische Integration bisher vorangetrieben wurde. Sie verweisen auf einen Mangel an Transparenz und (zu) viele Interessenkonflikte zwischen Politik und Wirtschaft. Aufsehenerregende Korruptions-, Steuerhinterziehungs- und Steuerumgehungsskandale weckten verstärkt den Eindruck, dass für die sog. Eliten andere Regeln gelten als für den Rest der Bevölkerung.

Digitale Transformation verstärkt Effekte

Einige der negativen Effekte, die die Unzufriedenheit wachsen lassen, hängen in Wirklichkeit stärker mit der digitalen Transformation und dem technologischen Wandel in vielen Branchen zusammen als mit der Globalisierung an sich. Allerdings sind diese beiden Entwicklungen sehr eng miteinander verknüpft.

Wahrgenommene negative lokale Entwicklungen, wie z.B. der Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland und Verlagerung dieser Jobs nach Indien, werden gemeinhin der Globalisierung angelastet, sind aber in Wahrheit oft im Fachkräftemangel hierzulande begründet. Unternehmen verlagern Arbeitsplätze an Orte, in denen gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Oft zeigen die Maßnahmen, die negative Effekte der wirtschaftlichen Öffnung für bestimmte Gruppen, Branchen und Regionen abmildern sollen, nicht die gewünschte Wirkung, und die weltweite Legislative zum Schutz vieler Bevölkerungsgruppen konnte und kann bei Weitem nicht mit der technologischen Entwicklung Schritt halten.

Dies begründet sich teilweise in einem weitverbreiteten antiquierten Verständnis von Globalisierung, bei dem die Auslagerung von Fabriken nach China oft als Beispiel herhalten muss. Diese Zeiten sind aber weitgehend vorbei. Peter Vanham (World Economic Forum) illustriert die Entwicklung recht anschaulich:


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Autor

Prof. Dr. Thomas Osburg lehrt Sustainability, Innovation und Digitale Transformation an der Fresenius Hochschule, München (thomas@thomasosburg.com).

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