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Der weite Weg von der Einsicht zur robusten Strategie

Zeyn Afuang auf Unsplash

Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Unternehmenspraxis – ein Beitrag für das 35. CSR MAGAZIN

Die Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte und die Einhaltung von Umweltstandards durch Unternehmen haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Seit der Verabschiedung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte steigen der öffentlich-regulatorische Druck und die politischen Erwartungen an Unternehmen spürbar.

Von Theresa Quiachon und Laura Much

    1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte
    2. Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte
    3. Maßnahmen zur Begrenzung nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte & Wirksamkeitskontrolle zur Überprüfung der Umsetzung dieser Maßnahmen
    4. Berichterstattung und transparente Kommunikation
    5. Beschwerdemechanismen

Unternehmen sind aufgefordert in allen Geschäftsprozessen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachzukommen. Auch in Deutschland wird aktuell ein Lieferkettengesetz diskutiert. Zudem hat die Covid-19 Pandemie problematische Entwicklungen der globalisierten Weltwirtschaft sichtbar gemacht und Schwachstellen in Bezug auf faire Arbeitsbedingungen in unseren Lieferketten in die Öffentlichkeit gerückt. Entsprechend verlangen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher – insbesondere der jüngeren Generationen – Transparenz über die Herkunft und Produktionsbedingungen von Produkten und Dienstleistungen.

Die Umsetzung der sogenannten menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Denn von der Einsicht, dass Menschenrechte von Unternehmen geachtet werden müssen, bis zur konkreten Integration in Unternehmensprozesse ist es ein weiter Weg. Gleichzeitig variieren die Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben zwischen verschiedenen Märkten. Als Unternehmensberatung spezialisiert auf Menschenrechte, haben wir umfassende Einblicke in die Herausforderungen beim Aufbau einer robusten menschenrechtlichen Unternehmensstrategie. In diesem Artikel erläutern wir das leitende Konzept unserer Arbeit: Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht.

Wer muss überhaupt die Menschenrechte beachten?

Staaten tragen die Hauptverantwortung für die Umsetzung der Menschenrechte. Sie sind in der Pflicht Menschenrechte nicht nur zu achten, sondern auch aktiv zu fördern und zu schützen. Die Verantwortung von Unternehmen existiert unabhängig von der Schutzpflicht des Staates. Die 2011 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte haben erstmals einen globalen Referenzrahmen geschaffen, in dem die menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen definiert wird. Entlang 31 Prinzipien formulieren die UN-Leitprinzipien klare Anforderungen an Unternehmen. Wenn ein Staat nicht willens oder nicht in der Lage ist, Menschenrechte zu schützen, so enthebt dies Unternehmen nicht ihrer Verantwortung. Die Prinzipien machen deutlich, dass alle Akteure ihren Verantwortlichkeiten nachkommen müssen, damit die Menschenrechte weltweit durchgesetzt und verwirklicht werden können. Dabei geht es nicht darum, dass Unternehmen für alle Menschenrechtsfragen weltweit die alleinige Verantwortung tragen. Vielmehr wird der Umstand aufgegriffen, dass kein Unternehmen negative Auswirkungen durch seine Geschäftstätigkeiten komplett ausschließen kann. Es sollte daher alles in Bewegung setzen, diese zu vermeiden.


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Autorinnen

Löning – Human Rights & Responsible Business ist eine international Management Beratung und globale Denkfabrik mit einem Fokus auf das Thema Unternehmen und Menschenrechte. Als Lotsen unterstützen Beraterinnen und Berater den Aufbau und die Durchführung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht-Prozessen. www.loening-berlin.de.

Theresa QuiachonConsultant and Research & Solution Expert – ist Expertin für die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen sowie für qualitative Forschungsmethoden und strategische Lösungen. Sie begleitet Unternehmen und Organisationen aus verschiedenen Branchen bei der Umsetzung  der menschenrechtlichen Sorgfalt in der Praxis. Neben der strategischen Beratung ist sie an der Erstellung der Think-Tank-Projekte vom Team Löning beteiligt.

Laura MuchManagerin, New Business Development & Communication –  ist an allen New-Business-Aktivitäten der Firma beteiligt, einschließlich externer Kommunikation und Veranstaltungen. Sie ist verantwortlich für den Ausbau des internationalen Netzwerks mit Kunden und Experten, die Erstellung von Publikationen und unterstützt das Team in Beratungsprojekten. Mit einem Hintergrund in der politischen Kommunikation und der Online-PR, verbindet Ihre Tätigkeit im Büro Löning ihre Leidenschaft für Kommunikation und den Einsatz für Menschenrechte.

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