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Junk-Food-Werbung: Branche will nichts beschränken

Ashley Green auf Unsplash

Verband: Kinder müssen Umgang mit Medien lernen

Berlin (AFP) – Die Lebensmittelindustrie hat Forderungen nach einer weitgehenden Einschränkung der Werbung für ungesunde Nahrungsmittel im Fernsehen zurückgewiesen. “Man kann Kinder nicht unter einer Käseglocke aufwachsen lassen”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbandes Deutschland, Christoph Minhoff, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitagsausgaben). Vielmehr müssten sie lernen, “mit Medien und Werbung umzugehen und selbst Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen”. Minhoff verwies auch auf den “grundgesetzlich geschützten Erziehungsauftrag der Eltern”.

Der Vorstoß für eine starke Einschränkung der Werbung für sogenanntes Junk-Food im Fernsehen war von der Grünen-Gesundheitsexpertin Kirsten Kappert-Gonther gekommen. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich daraufhin grundsätzlich offen für solche Maßnahmen gezeigt.

Kappert-Gonther begründete ihre Forderung im RND-Interview damit, dass Kinder und Jugendliche besonders empfänglich für TV-Werbung seien. Sie müssten deshalb besser vor Produkten geschützt werden, die nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ausgewogene Ernährung entsprächen.

Klöckner wies ihrerseits auf Nachfrage darauf hin, dass bereits 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig seien. Daher sei sie offen dafür, “über weitergehende Beschränkungen in diesem Bereich nachzudenken”.

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