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Kastenhaltung für Sauen läuft aus

phantienphat auf pixabay.com

NGO kritisiert lange Übergangszeit

Berlin (afp / csr-news) – Die umstrittene Kastenhaltung für Schweine soll in einigen Jahren weitgehend der Vergangenheit angehören. Der Bundesrat stimmte am Freitag für eine neue Verordnung, die mehr Tierschutz vorsieht als die ursprüngliche Vorlage der Bundesregierung. Spätestens nach einer Übergangsfrist von acht Jahren sollen Sauen im Deckzentrum nicht mehr im so genannten Kastenstand gehalten werden, sondern nur noch in der Gruppe.

Eine Fixierung soll dann lediglich kurzzeitig möglich sein – zum Beispiel für die künstliche Besamung oder ärztliche Untersuchungen. Für die neuen Anforderungen im so genannten Abferkelbereich soll eine Übergangszeit von 15 Jahren gelten.

Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, erklärte: „Der zwischen den Ländern gefundene Kompromiss verhindert, dass bei der Umsetzung der Neuregelung der Kastenstandhaltung ein Flickenteppich entsteht. Gleichwohl hätten wir uns grundsätzlich längere Übergangsfristen gewünscht, da die baulichen Veränderungen mit erheblichen Investitionen verbunden sind.“

Die NGO Provieh bezeichnete die Übergangszeit von acht Jahren als zu lang, bewertet den gesetzgeberischen Schritt dennoch als Meilenstein für den Tierschutz in Deutschland. Zugleich sieht die NGO starken Verbesserungsbedarf: Ein großes Problem stelle der Kastenstand im Abferkelbereich dar. „Hier gibt es bislang keinen echten Ausstiegsplan aus dem sogenannten ‚Ferkelschutzkorb‘ und auch die Verkürzung der Fixierdauer von Muttersauen in diesem Käfig auf fünf Tage um den Geburtszeitraum soll erst nach 15 Jahren verpflichtend sein“, erklärte Jasmin Zöllmer, politische Leitung bei Provieh. „Das darf nicht sein“.

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