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Novartis zahlt über 700 Millionen Dollar in Schmiergeld-Affäre

Novartis Campus, Basel (Aleks Marinkovic auf Unsplash)

Ärzte sollen für Verordnung von Medikamenten belohnt worden sein

Genf (AFP) – Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat in den USA zwei Millionen-Vergleiche zur Beilegung einer Schmiergeld-Affäre geschlossen. Das Unternehmen zahle fast 730 Millionen Dollar (650 Millionen Euro), um zwei Verfahren abzuschließen, teilte Novartis am Donnerstag mit. Der weitaus größte Teil der Summe, 678 Millionen Dollar, entfällt demnach auf eine juristische Auseinandersetzung über fragwürdige Zahlungen an Ärzte.

Novartis soll über Jahre hunderte Millionen Dollar für Konferenzen ausgegeben haben, bei denen Mediziner auftraten, die besonders häufig Medikamente des Konzerns verschrieben. Laut US-Justizministerium dienten die Honorare für die Ärzte dem Zweck, dass sie weiterhin und möglichst noch öfter zu Novartis-Produkten greifen. Neben direkten Zahlungen seien die Mediziner mit extravaganten Mahlzeiten und teuren Drinks umworben worden.

In dem anderen Rechtsstreit ging es um den Vorwurf, der Konzern habe über drei Stiftungen Zahlungen an Patienten geleistet, die mit zwei Novartis-Medikamenten gegen Multiple Sklerose und Nierenkrebs behandelt wurden. Wegen dieses Falls zahlt Novartis den Angaben zufolge 51,25 Millionen Dollar.

Nach Auffassung des US-Justizministerium fielen die Entscheidungen über die Schmiergeldzahlungen an höchster Stelle im Nordamerika-Hauptquartier von Novartis. Konzernchef Vas Narasimhan erklärte am Donnerstag, das Unternehmen wolle frühere Regelverstöße aufklären und daraus lernen.

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