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Banken bekennen sich zu mehr Klimaschutz

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Bolsinger: “Wir haben zuhauf Selbstverpflichtungen dieser Art”

Berlin (AFP – CSR NEWS) – Mehr Klimaschutz im Finanzsektor: Mehrere große deutsche Kreditinstitute – darunter unter anderem Deutsche Bank und Commerzbank – haben sich dazu verpflichtet, ihr Kredit- und Investmentgeschäft in Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens zur Begrenzung der Erderwärmung zu bringen.

Wie die Institute am Dienstag mitteilten, wurde die Selbstverpflichtung von insgesamt 16 Akteuren des deutschen Finanzsektors unterzeichnet, die gemeinsam eine Bilanzsumme von mehr als 5,5 Billionen Euro und über 46 Millionen Kundenverbindungen in Deutschland haben.

“Banken spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel”, erklärte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. “Denn es ist an uns, über Finanzierungen und Anlageprodukte die Mittel für die Transformation der globalen Wirtschaft bereitzustellen. Diese Herausforderung nehmen wir an.”

Konkret verpflichten sich die 16 Institute –  darunter auch traditionell nachhaltig ausgerichtete Unternehmen wie Triodos, die GLS Bank oder die Umweltbank – “gegenseitig akzeptierte Methoden” zur Messung der Klimaauswirkungen ihrer Kredit- und Investmentportfolien bis Ende 2022 einzuführen. Die Vereinbarung gelte aber “nur für solche Investmentportfolios, die nicht Gegenstand des Fonds- oder Mandatsgeschäfts sind”. Dieses werde “schrittweise ohne feste zeitliche Vorgaben berücksichtigt”.

Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Lisa Paus, begrüßte die Initiative. “Die Finanzbranche steht vor gewaltigen Umbrüchen, um die Vorgaben der Pariser Klimaziele zu erreichen”, erklärte sie.

Auch der Verein Finanzwende lobte die Selbstverpflichtung der Institute als guten Schritt. “Solche Vereinbarungen ersetzten jedoch keine verbindlichen Regeln für den Finanzsektor”, erklärte Finanzwende-Vorstand Gerhard Schick.

Zudem äußerte er sich “irritiert, dass fast alle Landesbanken und Sparkassen die Vereinbarung bisher nicht unterzeichnet haben”. Gerade vom öffentlichen Finanzsektor erwarte er eine “Vorbildfunktion bei der Ausrichtung des Geschäftsmodells auf das Gemeinwohl, schließlich sind die Sparkassen gesetzlich darauf verpflichtet”.

Wenn alle Sparkassen und ihre Verbundinstitute mitmachten, könne Deutschland im Bereich nachhaltiger Geldanlage, aber auch bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Kreditvergabe, “schnell aus der Nische in die Breite zu kommen”, erklärte Schick. Der öffentliche Finanzsektor müsse “vom Bremsklotz zum Zugpferd beim Thema nachhaltige Finanzen werden”, forderte er.

DER KOMMENTAR

Für CSR NEWS ordnet Prof. Dr. Harald Bolsinger, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, das Geschehen ein:

Wir haben zuhauf Selbstverpflichtungen dieser Art, die leider das Papier und die Marketingausgaben dafür nicht wert sind. Institute wie die Deutsche Bank zeigen, dass bisher Nachhaltigkeit eher ein Feigenblattthema für besondere Kunden war. Einen Sinneswandel kurz vor der Verpflichtung seitens der EU-Politik kund zu tun, grenzt aus meiner Sicht schon fast an eine Verhöhnung der Gesellschaft. Glaubwürdigkeit entsteht, indem Banken Nachhaltigkeit umsetzen und DANACH kommunizieren, wie sie das gemacht haben. Ankündigungen und Selbstverpflichtungen bevor man gehandelt hat sind da eher peinlich. Sicher tut es Instituten wie der Deutschen Bank gut, in einer Presseerklärung zusammen mit nachweislich nachhaltigen Banken genannt zu werden – aber ich glaube nicht, dass dort Nachhaltigkeit eine Vision ist, die es zu verwirklichen gilt – das ist eher ” das machen wir auch” top vermarktet…

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