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Viele EU-Staaten verfehlt Ziele gegen Luftverschmutzung

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Deutschland bisher bei vier von fünf Schadstoffen nicht im grünen Bereich

Brüssel (AFP) – Der Großteil der EU-Staaten verfehlt nach bisherigem Stand die Zielvorgaben für die Verringerung gesundheitsschädlicher Luftverschmutzung bis zum Jahr 2030. Wie die EU-Kommission am Freitag in einem Kontrollbericht mitteilte, würde ohne zusätzliche Maßnahmen weniger als die Hälfte der Mitgliedsländer die Reduktionsziele bei drei von fünf wichtigen Luftschadstoffen erreichen.

Deutschland würde bei vier von fünf der Schadstoffe die Ziele verfehlen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Dies gelte bei Stickstoffoxiden (NOx), Schwefeldioxid (SO 2), Ammoniak (NH 3) und Feinstaub (PM 2,5). Nur bei flüchtigen organischen Verbindungen außer Methan (NMVOC) wäre Berlin im grünen Bereich.

Allerdings geht die Kommission davon aus, dass Deutschland die Ziele für alle fünf Luftschadstoffe für 2030 noch erreichen kann, wenn zusätzliche Maßnahmen wie von der Bundesregierung angekündigt tatsächlich umgesetzt werden. Bei einer Reihe anderer Mitgliedstaaten wäre dies aber nicht der Fall.

“In ganz Europa stellt die Atemluft immer noch für zu viele Bürgerinnen und Bürger eine Gefahr dar”, erklärte Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius. Nötig seien “wirksamere Maßnahmen, um die Luftverschmutzung in zahlreichen Mitgliedstaaten zu verringern und die Emissionen in die Luft aus allen Sektoren, einschließlich Landwirtschaft, Verkehr und Energie, zu bekämpfen.”

Die Kommission überprüfte mit dem Bericht die Ziele ihres Programms “saubere Luft”, das auch Atemwegserkrankungen und Todesfälle durch schlechte Luft verhindern soll. Konkret geht es um die Umsetzung der EU-Richtlinie über nationale Emissionsreduktionsverpflichtungen, die Ende 2016 in Kraft getreten war. Sie soll die Auswirkung der Luftverschmutzung auf die die Gesundheit bis 2030 um fast 50 Prozent verringern.

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