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Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt unterrepräsentiert

Robert Ruggiero auf Unsplash

2017 waren lediglich 30 Prozent berufstätig oder arbeitssuchend

Wiesbaden (AFP) – Menschen mit Behinderung sind auf dem Arbeitsmarkt unterrepräsentiert: Im Jahr 2017 waren 30 Prozent von ihnen berufstätig oder arbeitssuchend, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Unter Menschen ohne Behinderung war der Anteil demnach mit 65 Prozent mehr als doppelt so hoch. Das Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichte die Berechnungen zum achten deutschen Diversity-Tag der Arbeitgeberinitiative Charta der Vielfalt.

Der Unterschied ist laut den Statistikern teilweise auf das höhere Durchschnittsalter der insgesamt 10,2 Millionen Menschen mit Behinderung in deutschen Privathaushalten zurückzuführen, unter ihnen waren zum Erhebungszeitpunkt drei Viertel mindestens 55 Jahre alt. Doch auch bei Jüngeren zeigten sich Differenzen: “So standen 70 Prozent der 25- bis 44-jährigen Menschen mit Behinderung im Berufsleben oder suchten nach einer Tätigkeit, bei den gleichaltrigen Menschen ohne Behinderung waren es 88 Prozent.”

Die beruflichen Nachteile hätten ihren Ursprung schon in der Ausbildung, teilten die Statistiker weiter mit. 2017 besaßen demnach sechs Prozent der Menschen mit Behinderung im Alter von 30 bis 44 Jahren einen Hochschulabschluss, unter Menschen ohne Behinderung war der Anteil dreimal so hoch. In der öffentlichen Verwaltung, im Erziehungs- und Gesundheitswesen hätten Menschen mit Behinderung gute Berufschancen und seien leicht überrepräsentiert, dagegen fänden sie schwer Zugang zum Handel und Gastgewerbe sowie zu Kfz-Werkstätten.

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