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Alles wird digitaler – nur nicht der Non-Profit-Sektor?

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Non-Profit-Organisationen als Stakeholdergruppe besser verstehen

Mannheim (UVG) – Unternehmen sind in vielerlei Hinsicht von dem Umfeld abhängig, in dem sie tätig sind. Dazu zählen die unterschiedlichsten Stakeholdergruppen: Diejenigen, die einen engen Austausch mit ihren Stakeholdern suchen, mit ihnen kooperieren und sie in ihre Entscheidungsprozesse einbinden, kommen besser durch Krisenzeiten als Unternehmen, die dies nicht tun. Diese Erkenntnis wird nicht nur durch vergangene Forschung (1), sondern auch am Beispiel der aktuellen Corona-Krise verdeutlicht.

Gleichzeitig können Unternehmen ihre Stakeholderbeziehungen in Krisenzeiten sogar stärken bzw. an Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn sie ihr Engagement auch dann aufrechterhalten, wenn es „mal weh tut“ – sozusagen in guten wie in schlechten Zeiten (2). Die Beziehungen zu sowie die Kooperationen mit Non-Profit-Organisationen (NPOs) sind für viele Unternehmen ein wichtiger Bestandteil ihrer CSR-Strategie oder ihrer Corporate Citizenship-Programme. Immerhin hat der NPO-Sektor eine klare Systemrelevanz für unsere Gesellschaft – jeder dritte Deutsche ist in mindestens einem Verein organisiert.

Wie genau die Folgen bzw. das Erbe der Corona-Krise für unsere Gesellschaft und Wirtschaft aussehen wird, kann momentan niemand mit absoluter Gewissheit sagen. Allerdings zeichnet sich bereits jetzt ein deutlicher Anschub von Digitalisierungsprozessen quer durch alle Bereiche ab. Kommunikation, Interaktion und Engagement wird voraussichtlich digitaler werden. Der Hackathon „WirVsVirus“ ist dafür ein gutes Beispiel. Wo aber steht in dem digitalen Wandel eigentlich der Non-Profit-Sektor?

NPOs haben es, bedingt durch chronische Ressourcenknappheit, seit jeher schwerer Veränderungsprozesse zu durchlaufen. Drohen sie digital abgehängt zu werden? Da gutes Stakeholdermanagement nur dann gelingt, wenn die Organisation ihre Anspruchsgruppen wirklich versteht, kann die Frage auch eine Relevanz für Unternehmen haben.

Der kürzlich erschienene Digital-Report 2020 gibt Antworten darauf. Er zeigt den Status-Quo der Digitalisierung des NPOs-Sektors sowie die damit verbundenen Chancen, Herausforderungen und Bedarfe auf. Mit 5.000 befragten NPOs ist er die aktuell größte Erhebung in Deutschland zur Digitalisierung im gemeinnützigen Sektor. Die Studie ist verfügbar unter www.digital-report.org.


Autoren: Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons, Manuel Reppmann
Lehrstuhl für Corporate Social Responsibility der Universität Mannheim

Literatur:

1. Godfrey, P. C. (2005): The Realtionship between Corporate Philantrhopy and Shareholder Wealth- A risk Management Perspective, in: The Academy of Management Review 2005, Jg. 30, Nr. 4, S. 777-798

Godfrey, P. C., Merrill, C. B., Hansen, J. M. (2009): The relationship between corporate social responsibility and shareholder value: an empirical test of the risk management hypothesis, in: Strategic Management Journal 2009, Jg. 30, Nr. 4, S. 425-445

2. Siehe z.B. den Artikel von Kramer (2020) „Coronavirus Is Putting Corporate Social Responsibility to the Test” zu finden >> hier.

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