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CO2-Emissionen durch fossile Brennstoffe vor Corona gesunken

Kurt Cotoaga auf Unsplash

Eurostat sieht höhere Preise für Emissionsrechte als Hauptgrund

Brüssel (AFP) – Die CO2-Emissionen in der EU aus der Verbrennung von Öl, Kohle und Gas sind im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Einer vorläufigen Schätzung zufolge wurde 4,3 Prozent weniger Kohlendioxid als im Vorjahr ausgestoßen, wie die Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg am Mittwoch mitteilte. Vor allem wegen der deutlich gestiegenen Preise für Emissionsrechte setzten die Länder demnach bei der Elektrizitätsproduktion mehr auf emmissionsärmeres Erdgas und erneuerbare Energieträger oder importierten Strom.

Die stärksten Rückgänge registrierte Eurostat in Estland (22,1 Prozent), Dänemark (9,0 Prozent), Griechenland und der Slowakei (beide 8,9 Prozent). Deutschland liegt mit 4,6 Prozent Reduktion etwa im Durchschnitt. Wesentliche Zuwächse bei den CO2-Emissionen gab es in Luxemburg (7,5 Prozent) und in kleinerem Maße in Österreich, Malta und Litauen.

Eurostat wies daraufhin, dass Einfuhren und Ausfuhren von Energieprodukten die CO2-Bilanzen der Länder verfälschen können. Importiert ein Land etwa Kohle zur Stromproduktion, steigen die CO2-Emissionen. Importiert das Land hingegen Elektrizität, verschlechtert sich die CO2-Bilanz des Landes, wo diese produziert wurde. Auch schwanken die Zahlen den Statistikern zufolge wegen einer Reihe von Faktoren wie dem Wirtschaftswachstum und den klimatischen Bedingungen häufig.

“CO2-Emissionen tragen wesentlich zur globalen Erwärmung bei und machen rund 80 Prozent der gesamten EU-Treibhausgasemissionen aus”, ergänzte Eurostat. Die EU hat sich vorgenommen, die Emissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu verringern. Deutschland produziert mit 25,1 Prozent des gesamten Ausstoßes der EU mit Abstand am meisten CO2, gefolgt von Italien (11,8 Prozent) sowie Frankreich und Polen (jeweils 11,2 Prozent).

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