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Umweltökonomin: Finanzhilfen an Umweltverträglichkeit knüpfen

Chris Barbalis auf Unsplash

Expertin Kemfert warnt vor Wiederholen der Fehler aus der Finanzkrise

Berlin (AFP) – Die Umweltökonomin Claudia Kemfert hat gefordert, Finanzhilfen in der Corona-Krise auch von der Klimafreundlichkeit des jeweiligen Unternehmens abhängig zu machen. “Wer heute noch auf fossile Technologien setzt, hat keine Zukunft mehr. Wirtschaftshilfen sollte es aber nur für zukunftsfähige Unternehmen geben”, sagte die Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Sonntag dem Nachrichtenportal watson.de.

“Wir sollten die Unternehmen belohnen, die von fossilen auf erneuerbare Energien wechseln”, verlangte Kemfert. “Sonst werfen wir das Geld zum Fenster raus.” Es dürfe nicht derselbe Fehler gemacht werden wie in der Finanzkrise 2008/2009, als Rettungsgelder “wahllos ausgeschüttet worden und mit der Abwrackprämie Autos mit Verbrennungsmotor noch zusätzlich gefördert worden seien. “Heute müssen wir die Suppe auslöffeln, die wir uns damals eingebrockt haben”, mahnte die Klimaexpertin mit Blick auf die hohen CO2-Emissionen im Verkehr und die Feinstaubbelastung.

Kemfert forderte weiter, auch Finanzhilfen für Fluggesellschaften an Bedingungen zu koppeln: “Wir sollten Beteiligungen an Unternehmen, etwa Condor oder Lufthansa, nur dann aus dem Staatsfonds vornehmen, wenn dieses Steuergeld in umweltfreundliche Technologien fließt.” Das müsse in diesen Fällen “nicht von heute auf morgen passieren, aber eine verpflichtende Regelung für die nächsten Jahre sein”.

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