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Bessere Nutzung von Wasser im Kampf gegen Klimawandel

Linus Nylund auf Unsplash

UN-Wasserbericht kritisiert geringe Nutzung innovativer Technologien

Berlin (AFP) – In ihrem diesjährigen Wasserbericht fordern die Vereinten Nationen dazu auf, Wasser im Kampf gegen den Klimawandel besser zu nutzen. “Wir reden oft über Wassermangel und drohende Wasserkonflikte, aber zu wenig darüber, dass Wasser Teil der Lösung der Klimakrise ist”, erklärte Ulla Burchardt vom Vorstand der Deutschen Unesco-Kommission anlässlich der Vorstellung des Berichts am Weltwassertag am Sonntag.

In dem Bericht warnt die UNO vor einem Mangel an Wasser sowie schlechterer Wasserqualität durch die Erderwärmung. “Der Klimawandel verändert den Wasserkreislauf und führt zu großen Herausforderungen”, heißt es. Diese beträfen alle Lebensbereiche.

Um diesen Bedrohungen zu begegnen, werden im Weltwasserbericht zwei Lösungsansätze vorgeschlagen: Einerseits müsse Wassernutzung an den Klimawandel angepasst werden, andererseits solle nachhaltiges Wassermanagement durch Klimaschutz erreicht werden. Eine Anpassung der Wassernutzung könne die Schäden infolge des Klimawandels mildern.

Die Autoren des Berichts kritisieren, dass dabei innovative Technologien noch zu selten eingesetzt werden. Ebenso sei Klimaschutz durch die Reduzierung von Treibhausgasen in allen wassernutzenden Bereichen möglich, dies werde allerdings bisher meist übersehen.

“Effektive Bewirtschaftung von Wasser trägt zu Klimaschutz und wirksamer Anpassung an den Klimawandel bei”, betonte Burchardt. Die Menschen müssten Wasser effizienter nutzen und unnötige Wassernutzung sowie Wasserverluste vermeiden. Sie forderte auch eine bessere Anpassung der Landwirtschaft an die Wasser- und Klimakrise.

Laut dem Bericht haben weltweit aktuell 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. 4,2 Milliarden Menschen – also mehr als 55 Prozent der Weltbevölkerung – haben keine sicheren Sanitäranlagen. Der weltweite Wasserverbrauch ist heutzutage sechs Mal so hoch wie noch vor hundert Jahren. Und er steigt dem Bericht zufolge weiter um etwa ein Prozent pro Jahr an.

Der Klimawandel führe zu häufigeren und extremeren Wetterereignissen wie Hitzewellen oder Starkregenfällen. In bereits betroffenen Regionen werde sich die Lage weiter verschlechtern, “beispielsweise in Form einer zunehmend unregelmäßigen und unsicheren Versorgung”, warnt die UNO. Noch nicht betroffene Regionen würden “durch den Klimawandel in Zukunft ebenfalls unter Wasserstress leiden”.

Die Wasserexpertin vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Laura von Vittorelli, nannte Wasser “unsere wertvollste Ressource, die es zu schützen gilt, vor allem unter zunehmendem Wasserbedarf in Zeiten der Klimaerhitzung”. Die Behörden in Bund und Ländern ermahnte sie, der Gewässerschutz müsse “in allen Politikbereichen mitgedacht werden”.

Die Umweltorganisation WWF kritisierte, die deutsche Lebensmittelbranche greife überall auf der Welt mit ihren Lieferketten in die lokalen Bedingungen von Flussgebieten ein und trage damit zu Wasserknappheit bei. “Wenn wir unseren gegenwärtigen Umgang mit Süßwasser nicht drastisch ändern, droht bis zum Jahr 2030 ein globales Süßwasserdefizit von 40 Prozent”, erklärte WWF-Süßwasserexperte Johannes Schmiester.

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