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Klima & Co: Es geht ums Ganze

Emre Gencer auf Unsplash

Wissenschaftliche Einrichtungen und Hochschulen nutzen digitale Tools, um Nachhaltigkeitswissen zu vermitteln.

Nachhaltigkeit wird zu einem immer wichtigeren Thema in unserer Gesellschaft. Nicht erst seit der globalen Fridays4Future-Bewegung haben die Diskussionen um den generationengerechten Ressourcenverbrauch samt ökologischem Fußabdruck und Klimawandel Eingang in das politische Tagesgeschäft sowie in die Wirtschaft gefunden.

Von Sandra Goetz

Noch vor zwanzig Jahren waren Studierende, die sich für Nachhaltigkeitsthemen interessiert haben, als „Sonderlinge“ vornehmlich in Fächern und Fachbereichen zu finden, die für den studentischen Mainstream bestenfalls als „exotisch“ bis hin zu „langweilig“ galten – zum Beispiel Umweltingenieurwesen, Agrarökologie, Agrarbiologie oder Wasserwirtschaft. Heutzutage hat sich das Bild komplett geändert: Nachhaltigkeit zählt zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts, egal in welchem Fach, egal in welchem Fachbereich. Und die Digitalisierung gibt diesem ökologischen Studien- und Informationstrend Schubkraft.

Klar: Einen Studiengang namens „Nur noch kurz die Welt retten“ oder auch „Weltverbesserung to go“ gibt es nicht. Auch ist die Übersicht zu dem, was Universitäten und Hochschulen diesbezüglich anbieten, nicht immer auf den ersten Klick sichtbar. Es liegt in der Natur der Nachhaltigkeits-Sache, dass wir es hier mit einem Querschnitt-Thema zu tun haben, das sämtliche gesellschaftliche Bereiche durchzieht – und damit auch alle möglichen Studienangebote. Selbiges trifft ebenso auf die Digitalisierung samt den Herausforderungen und Chancen digitaler Transformation zu. Aus der Kombination von Nachhaltigkeitsthemen und digitalen Bildungsstrategien entstehen berichtenswerte digitale Nachhaltigkeitsangebote deutscher Bildungsträger und Forschungseinrichtungen, von denen wir im Folgenden einige vorstellen.

First digital mover: Bayern

Dr. Steffi Widera

Den Anfang macht die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) mit einer realen Geschäftsstelle in Bamberg, die am 15. Mai 2020 ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiert. Bereits 2000 hat der Freistaat Bayern entschieden, nicht nur die Lehr- und Studienbedingungen für die wachsende Zahl der Studierenden zu verbessern, sondern „die Studierenden in ihrer örtlichen und zeitlichen Flexibilität zu unterstützen, indem Online-Lehrangebote eingerichtet und angeboten werden“, sagt Steffi Widera, die seit 2016 die Geschäftsführung der vhb innehat.

„Die vhb ist ein Verbund von 31 Trägerhochschulen, zu denen neun staatliche bayerische Universitäten, 17 staatliche Hochschulen der Angewandten Wissenschaften und fünf weitere staatlich anerkannte Hochschulen gehören, davon vier in kirchlicher Trägerschaft und die Universität der Bundeswehr in München“, so die promovierte Slawistin. Die Zeiten, in denen die Vermittlung digitaler Lehre durch PowerPoint-Präsentationen und PDFs als innovativ galt, ist schon lange vorbei.

Darüber hinaus bietet die vhb ein starkes digitales Lehrangebot rund um Nachhaltigkeitsthemen. Der Bereich Wirtschaftswissenschaften von der Universität Würzburg bietet „Nachhaltigkeit durch Logistik und Informationsverarbeitung“, die TU München „Physikalische Aspekte der Landnutzung und des Klimawandels – aus der Perspektive der Agar-, Forst- und Gartenbauwissenschaften“ als digitale Lehrangebote . Ebenso bieten Kurse das Thema nur in einer Lektion oder in einem Kapitel an, beispielsweise „Global Education“, „Umweltmedizin online“ oder auch „Digitale Fabrikation in Architektur und Design“. Voraussichtlich ab dem Sommersemester 2021 werden „Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit“ von Prof. Edeltraut Botzum (TH Rosenheim, Soziale Arbeit) und „Grundlagen Nachhaltigkeit“ von Prof. Robert Reicht (TH Deggendorf, Naturwissenschaften) angeboten.

Diese unter CLASSIC vhb (curriculare Online-Kurse) beschriebenen Angebote können von den rund 385.000 an den Trägerhochschulen eingeschriebenen Studierenden kostenlos genutzt werden. Das Portfolio im Sommersemester 2020 umfasst rund 550 Online-Kurse in 15 Fächergruppen. „Rund 50 Kurse befinden sich derzeit in der Entwicklung“, sagt Widera. Dabei bietet jeder Kurs die Möglichkeit, Leistungsnachweise mit den Credit Points nach ECTS zu erwerben. Alle Kursteilnehmenden werden von geschulten E-Tutoren betreut.


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Autorin

Sandra Goetz schreibt zu SDG-Themen, twittert @Worthansa und lebt in Hamburg (sandra.goetz@csr-magazin.net).

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