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Geflüchtete: Fortschritte bei Integration in Arbeitsmarkt

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Handwerkspräsident lobt Möglichkeiten deutscher Berufsbildung

Berlin (AFP) – Unternehmen und Bundesregierung sehen Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen. Laut einer Umfrage des “Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge” bilden mit 56 Prozent aktuell etwas mehr als die Hälfte der befragten knapp 400 Mitgliedsfirmen Menschen mit Fluchthintergrund aus; 2016 war es erst etwa ein Drittel. “Viele Menschen, die in den vergangenen vier Jahren Asyl bei uns gesucht haben, haben mittlerweile ein Sprachniveau erreicht, das sie zu einer Ausbildung befähigt”, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag in Berlin.

Unter den Geflüchteten befinden sich auch immer mehr Fachkräfte, wie die Umfrage ergab. Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen habe Fach- oder Führungspositionen mit Geflüchteten besetzt.

Das Netzwerk ist eine Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Wirtschaftsministeriums in Berlin. Es wurde 2016 gegründet. In ihm sind rund 2200 Unternehmen aktiv. Davon nahmen 395 an der Befragung teil.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer erklärte mit Blick auf die Umfrageergebnisse, Firmen seien inzwischen besser über rechtliche Rahmenbedingungen und Vorschriften informiert. Zudem hätten die neuen Gesetze des sogenannten Migrationspakts bürokratische Hürden abgebaut.

Wollseifer plädiert für bessere Förderung bei unterbrochenen Schulbiografien

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat das System deutscher Berufsbildung wegen seiner Möglichkeiten für Flüchtlinge gelobt.

“Das berufliche Bildungssystem sorgt für hochqualifizierte Fachkräfte mit beruflicher Handlungskompetenz”, sagte Wollseifer am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Darauf sei besonders das Handwerk angewiesen. Die Vorzüge der dualen Ausbildung kämen besonders im Handwerk zum Tragen, betonte er.

Handwerksbetriebe könnten durch individuelle Betreuung und engen persönlichen Kontakt nicht nur einen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration, “sondern darüber hinaus auch zur gesellschaftlichen Integration” leisten, betonte Wollseifer. Es müsse nun darum gehen, dass Geflüchtete und Migranten mangelnde Deutschkenntnisse in hochwertigen Sprachkursen abbauen. Bessere Förderangebote müssten unterbrochene Schulbiografien kompensieren.

Wollseifer nahm Bezug auf eine im Dezember veröffentlichte OECD-Studie zur beruflichen Bildung von Geflüchteten in Deutschland. Darin werden unter anderem das Deutschlernen sowie die Vermittlung in die Berufsausbildung als Herausforderungen der Integration von Migranten in das deutsche Berufsbildungssystem bezeichnet. Demnach müssen Geflüchtete auch während der Ausbildung besonders unterstützt werden.

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