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Verbändebündnis: Kampf gegen die “Plastikkrise”

Marc Newberry auf Unsplash

Umweltschützer legen 15 Forderungen an Bundesregierung vor

Berlin (AFP) – Mehr Recycling, weniger Mikroplastik und strikte Verbote für die Entsorgung von Müll auf See: Umweltverbände haben am Mittwoch in einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung zum Kampf gegen die weltweite Verbreitung von Plastikmüll aufgerufen. Ein zentraler Punkt ist dabei die Forderung, Hersteller und Inverkehrbringer gesetzlich für Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschäden ihrer Produkte haftbar zu machen. Außerdem solle es mehr Aufklärung über die Gefahren von Kunststoffen geben.

Insgesamt 15 Forderungen an die Bundesregierung legten die Verbände, darunter Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor. Über strikte Regulierung und Verbote müssten Kunststoffproduktion und -verbrauch “drastisch reduziert werden”, forderten sie. Einweg- und Verpackungsprodukte sollten entlang der gesamten Lieferketten in einem verbindlichen Zeitrahmen durch Mehrwegsysteme ersetzt und Mikroplastikanwendungen verboten werden.

Grundsätzlich müsse der Einsatz primärer Rohstoffe, ob fossil oder nachwachsend, “rigoros reduziert” werden. Dazu gehöre der entschiedene Einstieg in eine “auf Vermeidung ausgerichtete Kreislaufwirtschaft”.

Nötig seien dafür “klare und verbindliche gesetzliche Vorgaben zu Langlebigkeit, Wiederverwendung, Reparaturfähigkeit und die Recyclingfähigkeit für alle Produktkategorien”. Nur so ließen sich die -Belastungen durch die “Plastikflut” an Land, im Meer und in der Luft in notwendigem Umfang verringern.

Insbesondere müsse mit “strikten Verboten für Abfallentsorgung auf See und von schädlichem Fischereizubehör” der Kunststoffeintrag in die Meere begrenzt werden. Ebenso konsequent müssten Schadstoffe, die für Mensch, Klima und Umwelt gefährlich sein können, als Zusatzstoffe bei der Herstellung verboten werden.

“Die Zeiten des gedankenlosen Kunststoffeinsatzes haben uns an den Rand einer weltweiten Plastikkrise geführt”, erklärte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. “Wir müssen das Ruder herumreißen und unseren Umgang mit Plastik schnellstens ändern.”

“Wollen wir die Plastikkrise an der Wurzel packen, müssen Verpackungen idealerweise wiederverwendbar, zumindest aber vollständig recyclebar sein”, forderte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser. “Andere gehören verboten”, fügte er hinzu und sprach sich zudem für steuerliche Vorteile für Produkte aus, die repariert und mehrfach genutzt werden können.

Die Grünen-Bundestagsfraktion rief die Bundesregierung angesichts der Forderung der Verbände dazu auf, ihr Engagement auch auf internationaler Ebene zu verstärken und eine Plastikkonvention unter dem Dach der Vereinten Nationen voranzutreiben. “Ziel eines globalen Abkommens muss es sein, verbindliche Abfallreduktionsziele zu definieren und den Eintrag von Plastik in unsere Meere und Umwelt vollständig zu stoppen”, erklärten die umweltpolitische Sprecherin Bettina Hoffmann und die naturschutzpolitische Sprecherin Steffi Lemke.

“Die Vermüllung unserer Natur mit Plastik hat ein dramatisches Ausmaß angenommen”, mahnten sie. “Mikroplastik wird in den entlegensten Winkeln der Erde nachgewiesen, in der Arktis aber auch in deutschen Flüssen und Böden.”

Die Internetadresse mit den 15 Forderungen: https://www.exit-plastik.de

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