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Betriebsräte beklagen steigende Belastung von Belegschaften

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Duigitalisierung: Böckler-Stiftung fordert mehr Mitbestimmung für Arbeitnehmervertreter

Düsseldorf (AFP) – Arbeitnehmervertreter beklagen eine wachsende Arbeitsbelastung Arbeit und zu wenig Mitbestimmung in deutschen Büros und Fabriken. In einer Umfrage für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung, die am Montag der Nachrichtenagentur AFP vorlag, gaben 81 Prozent der befragten Betriebsräte an, die Beschäftigten in ihrem Unternehmen müssten mehr leisten als zwei Jahre zuvor. Die Auswertung basiert auf repräsentativen Daten aus dem Jahr 2018. Zuerst hatten die “Stuttgarter Zeitung” und die “Stuttgarter Nachrichten” darüber berichtet.

Laut der Stiftung berichteten jeweils rund drei Viertel der fast 2300 Befragten von höheren Leistungserwartungen, mehr Multitasking sowie “komplexeren und vielfältigeren Aufgaben” in der jeweiligen Firma. 77 Prozent sahen “einen Zusammenhang mit zunehmenden gesundheitlichen Schwierigkeiten unter den Beschäftigten”. 68 Prozent gaben an, das Betriebsklima habe sich verschlechtert.

65 Prozent der befragten Betriebsratsmitglieder nannten “eine unzureichende Personalausstattung” ihres Unternehmens als wichtige Ursache. Jeweils etwa 60 Prozent führten außerdem Führungsmängel und schlechte Organisation an. Die gestiegene Arbeitsbelastung sei in vielen Fällen “eine Folge ungünstiger betrieblicher Rahmenbedingungen”, zitierte die Stiftung aus der Studie ihres Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI).

Diese zeigt zwar, dass 83 Prozent der Arbeitnehmervertreter bei der Unternehmensführung mehr Personal anforderten. “Spürbare Personalaufstockungen” gab es demnach aber nur in 38 Prozent der Betriebe. Gerade bei der Personalbemessung räume das Betriebsverfassungsgesetz den Betriebsräten “bislang nur geringe Mitbestimmungsmöglichkeiten ein”, kritisierte die Böckler-Stiftung. Auch der Gesetzgeber sei in der Pflicht, eine “nachhaltige und präventive Arbeitsgestaltung und -regulierung” zu erreichen.

Für mehr Mitbestimmung von Betriebsräten setzen sich auch die Grünen im Bundestag ein – vornehmlich im Zusammenhang mit der Digitalisierung in Unternehmen. “Beim Einsatz von Software und Künstlicher Intelligenz müssen die Personal- und Betriebsräte verbindlich beteiligt werden, denn optimal vernetzte Prozesse dürfen nicht zu optimal überwachten Beschäftigten führen”, sagte die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag.

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