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Fair Toys Organisation: Siegel für nachhaltiges Spielzeug

Sandy Millar auf Unsplash

Auf der Nürnberger Spielwarenmesse sollen erste Mitglieder gewonnen werden.

Nürnberg (csr-news) – Für mehr Nachhaltigkeit in der Spielwarenproduktion will die Fair Toys Organisation sorgen. Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie, Spielwarenunternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen haben die Statuten für diese Organisation vorbereitet. „Zur Spielwarenmesse beginnt die Werbung um Mitglieder“, sagt Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero (CIR), die den Prozess angestoßen hatte.

Ab Ende Januar informiert das Nürnberger Bündnis Fair Toys auf der Spielwarenmesse über die Initiative. „In der Fair Toys Organisation sind alle Akteursgruppen gleichberechtigt vertreten“, so Pflaum weiter. „Dieser für die Spielwarenbranche einzigartige Ansatz schafft Glaubwürdigkeit und ermöglicht langfristige Verbesserungen der Bedingungen in den globalen Spielzeugfabriken“.

Im Statut heißt es: Als Verifizierungsinstanz soll die Fair Toys Organisation ein Siegel vergeben, „welches glaubwürdig bestätigt, dass zielführende Schritte unternommen wurden, um die Einhaltung von Arbeits- und Umweltstandards bei der Produktion des Spielzeugs zu gewährleisten.“ Berücksichtigt werden sollen zudem Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Als Dachinstanz will die Fair Toys Organisation auf bestehende Programme für ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement wie das Ethical Toy Program des International Council of Toy Industries, amforiBSCI oder Sedex aufsetzen.

Zu den Initiatoren der Organisation zählt der Würzburger Unternehmensethiker Prof. Harald Bolsinger. „Besonders schön ist, dass mit der Fair Toys Organisation nun ein sichtbarer und relevanter neuer Akteur in der Branche geschaffen wurde, der keine versteckte Marionette der großen Branchenlobby ist“, so Bolsinger. Der von der Zivilgesellschaft initiierte Multi-Stakeholder-Ansatz sei ein Garant für hohe Glaubwürdigkeit. Bolsinger weiter: „Wie bei allen Anfängen gilt es auch hier, die Augen dauerhaft offen zu behalten und in regelmäßigen Abständen sich selbst hinsichtlich der Zielerreichung zu prüfen.“

Die Spielwarenindustrie stellt einen umsatzstarken Wirtschaftszweig dar: Laut Statistischem Bundesamt wurden 2018 Spielwaren im Wert von insgesamt mehr als 2,3 Milliarden Euro produziert. Im Vorjahr hatten private Haushalte durchschnittlich 190 Euro für Spielwaren ausgegeben.

Weitere Infos im Internet: www.fair-toys.org

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