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EU prüft Verbot von Plastik-Verpackungen und Recyclat-Pflicht

Marc Newberry auf Unsplash

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Berlin (AFP / CSR NEWS) – Die EU-Kommission will Plastikverpackungen deutlich eindämmen. “Wir wollen die Regeln für Einwegkunststoffe definitiv ausweiten und untersuchen gerade, in welche Richtung das möglich wäre”, sagte der EU-Kommissar für Umwelt, Ozeane und Fischerei, Virginijus Sinkevicius, der “Welt” vom Montag. “Ein wichtiger Schritt wäre beispielsweise, Verpackungen aus Plastik zu verbieten oder die Verwendung von Recycling-Plastik vorzuschreiben.”

Die EU-Kommission plant laut Sinkevicius zudem gesetzliche Regeln, um die Freisetzung von Mikroplastik einzudämmen. Derzeit werde untersucht, wie Produzenten von Produkten wie Reifen oder Kosmetika verpflichtet werden könnten, das Mikroplastik-Potenzial ihrer Produkte drastisch zu reduzieren, sagte der Litauer der Zeitung. “Bis Ende des Jahres werden wir eine sehr detaillierte Liste all jener Produkte vorlegen, die Mikroplastik enthalten oder bei deren Verwendung Mikroplastik entsteht.”

“Und dann werden wir dafür sorgen, dass diese Produkte kein Mikroplastik mehr freisetzen”, sagte Sinkevicius. “Wir wollen da sehr früh ansetzen, schon bei den Regeln für die Zusammensetzung von Reifen, Kosmetika und anderen relevanten Produkten.” Möglich sei eine Richtlinie für Mikroplastik.

Angesichts der Umweltverunreinigungen werden Verbote von Plastikverpackungen und Mikroplastik bereits seit längerem diskutiert. Zudem engagieren sich zahlreiche Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen für die Reduzierung des durch sie verursachten Plastikverbrauches.

„Ich wünsche mir von den Entscheidern in der EU dass sie, basierend auf fundierten Analysen, präzisen Druck an den wirksamsten Stellen ausüben – als ultima Ratio auch mit Vorschriften und Verboten“, so die Solinger Nachhaltigkeitsberaterin Esther Heidbüchel. Allerdings solle zuerst eine Wirksamkeitsabschätzung vorgenommen werden, um für den Umweltschutz wirksame Vorschriften zu erlassen. Zu prüfen seien etwa die Möglichkeiten einer sortenreinen Sortierung der Kunststoffe, die Ersetzbarkeit von konventionellen Kunststoffen durch biobasierte Alternativen sowie die Abbaubarkeit und die Anforderungen an die Reinheitsgrade von recyliertem Kunststoff.

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