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Klimaschutz: Wollen und Handeln nicht übereinstimmend

Deutsche wollen die sozial-ökologische Wende – und verändern ihr Reiseverhalten kaum.

Berlin (AFP – CSR NEWS) – Einerseits unterstützt eine Mehrheit der Deutschen Forderungen nach einer sozial-ökologischen Wende. Das geht laut einem Bericht des “Spiegel” aus einer Umfrage des Instituts Kantar Public hervor. Demnach wünschen sich 52 Prozent eine sozial-ökologische Neuausrichtung der Regierungspolitik, lediglich 24 Prozent sprachen sich dagegen für einen liberal-konservativen Richtungswechsel aus. Nur 16 Prozent sagten demnach, die Regierung solle ihren derzeitigen Kurs beibehalten.

Der hohe Stellenwert des Kampfes gegen die Erderwärmung kommt auch bei den Antworten auf die Frage nach vorrangigen Themen für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 zum Ausdruck. 42 Prozent aller Befragten halten Klimaschutz für das wichtigste Thema, erst mit großem Abstand folgen die Themen Migration und Zuwanderung (27 Prozent), Digitalisierung (17 Prozent) und Gleichstellung von Mann und Frau (elf Prozent).

Bei der Reiseplanung allerdings spielt das Thema bei den meisten Deutschen keine große Rolle. Nur 21 Prozent der Bundesbürger haben sich laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage des Deutschen Reiseverbands (DRV), aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben) zitieren, schon einmal darüber informiert, wie sie ihren Urlaub möglichst umweltneutral gestalten könnten. Das Flugzeug als Reisemittel wählen demnach vor allem die Jüngeren.

Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen bei der Buchungsentscheidung Klimaschutz und Nachhaltigkeit “sehr wichtig” seien. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der tausend Befragten seien in den vergangenen drei Jahren mit dem Flugzeug verreist, heißt es in dem Zeitungsbericht. Unter den 18- bis 29-Jährigen waren es sogar 73 Prozent, unter den Befragten ab 60 Jahren dagegen nur 57 Prozent.

Es gebe eine “Lücke zwischen der eingeräumten Notwendigkeit einer Verhaltensänderung bei den Kunden und dem tatsächlichen Verhalten”, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig der Funke Mediengruppe. “Nach aktuellen Umfragen bleibt Reisen bei den Deutschen hoch im Kurs”, sagte Fiebig. Für das Jahr 2020 erwarte die deutsche Reisebranche weiteres Wachstum.

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