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Aldi und Lidl wollen Nutri-Score einführen

Quelle: Wikimedia

Foodwatch fordert Nachziehen anderer Händler sowie einheitliches EU-Modell

Berlin / Neckarsulm (AFP) – Die Handelsketten Aldi Nord und Aldi Süd wollen nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch die Nährwertampel Nutri-Score einführen. Das Unternehmen unterstütze die geplante Einführung der Kennzeichnung und plane, sie “auf relevanten Eigenmarken-Produkten aufzubringen”, heißt es in zwei gleichlautenden Schreiben an Foodwatch, wie die Organisation am Mittwoch mitteilte. Voraussetzung dafür sei ein entsprechender Rechtsrahmen. Dieser könnte im Frühjahr kommen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte Ende September erklärt, den Nutri-Score in Deutschland einführen zu wollen. Das gab sie nach einer Verbraucherbefragung zu verschiedenen Systemen der Nährwertkennzeichnung bekannt, in der sich eine deutliche Mehrheit für den Nutri-Score ausgesprochen hatte. Klöckner wolle das Modell “zeitnah” auf freiwilliger Basis einführen, hieß es.

Foodwatch begrüßte den Vorstoß von Aldi und forderte andere Unternehmen auf, “nachzuziehen und die verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung einzuführen”. Zudem müsse sich Klöckner in Brüssel dafür einsetzen, die Ampel “zum verpflichtenden Modell in der EU zu machen”. Eine “gesetzliche Verpflichtung allein auf nationaler Ebene ist nach europäischen Recht nicht möglich”, erklärten die Verbraucherschützer.

Lidl will künftig ebenso wie die Handelsketten Aldi Nord und Aldi Süd die Nährwertampel Nutri-Score einführen. Wie Lidl am Mittwoch in Neckarsulm mitteilte, soll dies Kunden “bei einer einfacheren Orientierung und Kaufentscheidung für eine bewusstere Ernährung” unterstützen. Derzeit würden verschiedene Produkte der Lidl-Eigenmarken geprüft, erklärte das Unternehmen. Nach der Schaffung der rechtlichen Grundlagen solle mit der Anbringung des Siegels auf Lidl-Eigenmarken begonnen werden.

“Wir haben viele Kundenanfragen, die aktiv nach einer transparenten Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten fragen”, erklärte Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf von Lidl Deutschland. Notwendig sei es nun, “dass zeitnah die rechtlichen Grundlagen zur Verwendung geschaffen werden”.

Das Ampelsystem Nutri-Score wird in einigen europäischen Ländern bereits auf freiwilliger Basis eingesetzt. Es zeigt unter Berücksichtigung von Zucker-, Fett-, Protein-, Salz- und anderen Nährstoffgehalten im Produkt eine Bewertung mittels einer fünfstufigen Skala auf der Verpackung an. Die Skala ist farbcodiert und reicht von “A” für eine gesündere Wahl bis “E” für eine weniger gesunde Wahl.

Die Kennzeichnung ähnelt somit dem System, das auch beim EU-Energielabel für die Energieeffizienz von Elektrogroßgeräten Anwendung findet. Hersteller müssen zwar schon in Nährwerttabellen den Gehalt von Fett, gesättigten Fetten, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz angeben. Diese Tabellen sind aber meist kleingedruckt auf der Rückseite der Verpackung zu finden. Durch den zusätzlichen Aufdruck sollen Verbraucher künftig leichter erkennen können, ob ein Produkt gesund ist oder nicht.

Der Nutri-Score ist aus Klöckners Sicht “auf den ersten Blick erfassbar, leicht zu verstehen und nutzt die eingängige, bereits gelernte Farbwelt einer Ampel”. Dabei lasse die Kennzeichnung zwar keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Nährwerte zu. Wichtig sei für die Verbraucher aber vor allem eine zusammenfassende Bewertung, die schnelle Orientierung gebe.

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