41.CSR-MAGAZIN Diversität Gastronomie Unternehmen & Gesellschaft

“Wer Menschen mit Respekt behandelt, wird auch selbst respektiert.“

Küchenchef Heval Akil bei der Arbeit (Foto: Achim Halfmann / CSR NEWS)

Das Dortmunder Hotel Esplanade bildet Geflüchtete aus

Dortmund (csr-news) – Wie gelingt die Integration von Geflüchteten in Arbeit? CSR NEWS besucht Betriebe, die Menschen mit Migrationshintergrund Arbeit und Ausbildung ermöglichen. Im Dortmunder Hotel Esplanade sprechen wir mit Küchenchef Heval Akil. Der heute 43-Jährige kam 1999 selbst als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland.

Von Achim Halfmann

Viele Integrations-Herausforderungen kennt Heval Akil aus eigener Erfahrung. In Syrien hatte er eine Ausbildung in der Systemgastronomie abgeschlossen – die in Deutschland nicht anerkannt wurde. Das Erlernen der deutschen Sprache, der Erhalt einer Arbeitserlaubnis und der Zugang zu einem Ausbildungsplatz – vor 25 Jahren lagen die Hürden noch deutlich höher als heute. Akils beruflicher Weg begann im Sauerland. Durch die ehrenamtliche Arbeit in der Abtei Königsmünster in Meschede lernte er Menschen kennen, die ihn bei Bewerbungen und Behördengängen unterstützten. In Meschede absolvierte er eine Ausbildung zum Koch, sammelte danach Auslandserfahrungen in Frankreich und den Niederlanden und übernahm eine erste Küchenleitung.

In Meschede engagierte sich Akil für die Gründung eines kurdischen Kulturvereins und war vier Jahre lang dessen Vorsitzender. Dort erlebte er auch die sogenannte „Flüchtlingswelle“ der Jahre 2015 und 2016 mit, als über eine Million Menschen nach Deutschland kamen – viele davon aus Syrien. Er arbeitete als ehrenamtlicher Übersetzer für das Jugendamt, schrieb mit Geflüchteten Lebensläufe und Bewerbungen und vermittelte einzelne in Gastronomiebetriebe. Akil kam dabei zugute, dass er zweisprachig aufwuchs und Arabisch ebenso wie Kurdisch spricht. Zum Erliegen kam dieses Engagement während der Corona-Pandemie.

Heval Akil mit seiner eigenen Weinmarke “Kobane” (Foto: Achim Halfmann / CSR NEWS)

In Dortmund fand Heval Akil mit dem Hotel Esplanade und der Unternehmerfamilie Kortmann ein neues berufliches Umfeld, in dem Arbeitnehmer mit Fluchterfahrung willkommen sind. Unter den etwa 25 Mitarbeitenden sind jeweils fünf oder sechs Geflüchtete. In die Ausbildungen zum Koch bzw. zur Köchin und zur Hotelfachkraft nimmt das Unternehmen junge Menschen auf, die kurz zuvor nach Deutschland gekommen sind. Für die Geflüchteten und das Hotel handele es sich um eine Win-Win-Situation, sagt Akil. Denn immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in der Gastronomie, auch wegen der Arbeitszeiten.


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