Nachhaltigkeitsmanagement Unternehmen & Gesellschaft

Nachhaltigkeit rückt ins Zentrum

Foto: Lukas Balzek auf Unsplash

Personelle Ressourcen sind knapp, zeigt der „Sustainability Transformation Monitor 2024“.

Gütersloh (csr-news) – Nachhaltigkeit rückt ins Zentrum der Unternehmensentwicklung: 67% der Firmen sehen darin eine Chance zur Weiterentwicklung. Das zeigt der heute veröffentlichte Bericht „Sustainability Transformation Monitor 2024“. Der Monitor, an dem 362 Unternehmen teilnahmen, zeigt zudem, dass Nachhaltigkeit in 54% der Realwirtschaftsunternehmen als strategisches Ziel verankert ist.

Jakob Kunzlmann von der Bertelsmann Stiftung betont, dass Nachhaltigkeit stärker in den Fokus rückt und die regulatorische Architektur wirkt, warnt jedoch vor Selbstzufriedenheit. Noch fühlt sich nach den Ergebnissen des Monitors nur etwa ein Drittel der Unternehmen bereit, den neuen gesetzlichen Anforderungen zur Nachhaltigkeit nachzukommen. Hintergrund ist die Berichterstattungspflicht zur Nachhaltigkeit (CSRD), von der ab diesem Jahr sukzessive 15.000 Unternehmen betroffen sind. Und mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet, für die Finanzierung der Transformation auf Fremdkapital zurückgreifen zu müssen.

Ein wesentlicher Treiber für Nachhaltigkeit in Unternehmen ist der Wettbewerb um Fachkräfte, so Laura Marie Edinger-Schons, Professorin für nachhaltiges Wirtschaften an der Universität Hamburg. Trotz des Einflusses von Klimaaktivisten werden diese nur von 5% der Unternehmen als starker Treiber angesehen. Bedeutende Nachhaltigkeitstreiber für 60% der Befragten aus der Realwirtschaft sind der Klimawandel und steigende Energiepreise.

Philipp Wesemann, Klimaschutz-Experte der Stiftung Mercator, sieht den Klimaschutz als zentrales Ziel für Investitionsentscheidungen: 78% der Banken stufen Nachhaltigkeit bereits als wichtig ein – im Gegensatz zu 40% in der Realwirtschaft. Die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten ist jedoch noch verhalten.

Fehlende personelle Ressourcen für Nachhaltigkeitsberichterstattung

Ein Kapitel des Monitors behandelt die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese erscheint als hoch komplex; daneben sind fehlende personelle Ressourcen und die Zusammenführung von Daten die größten Hemmnisse in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Daten fehlen insbesondere zu Lieferketten und Biodiversität. Rund 67% der Unternehmen sehen in der CSRD einen Mehrwert für die Weiterentwicklung der eigenen Organisation.

Der „Sustainability Transformation Monitor“ ist zum zweiten Mal in Kooperation der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator, der Universität Hamburg und der Peer School for Sustainable Development entstanden.

Der Monitor > als PDF zum Download


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