41.CSR-MAGAZIN Diversität Migration Unternehmen & Gesellschaft

„Unternehmen integrieren Flüchtlinge“

Sarah Strobel (Foto: NUiF)

Erfahrungen aus dem DIHK-Netzwerk. Das Interview mit Sarah Strobel

Berlin (csr-news) – Für eine gelingende Integration von Geflüchteten besitzt die berufliche Eingliederung eine hohe Bedeutung. Deren Erfolg ist kein Selbstläufer: Sprachbarrieren, rechtliche Hürden und traumatische Fluchterfahrungen müssen überwunden werden. Das DIHK-Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge unterstützt Unternehmen auf diesem Weg. CSR NEWS sprach mit der Projektleiterin Sarah Strobel. Das Gespräch führte Achim Halfmann.

CSR NEWS: Wie ist das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ entstanden und wer gehört heute dazu?

Sarah Strobel: Unsere Netzwerkarbeit begann im März 2016 als eine Initiative der DIHK und des Bundeswirtschaftsministeriums vor dem Hintergrund der Fluchtmigration aus damals vor allem Syrien. Gestartet sind wir mit 300 Gründungsmitgliedern; bis heute ist die Zahl der Mitgliedsunternehmen auf knapp 4.000 angewachsen. Ihre Größe reicht von Handwerksbetrieben und Familienunternehmen über den Mittelstand bis zu Großkonzernen, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf den kleinen und mittleren Unternehmen liegt. Jährlich kommen etwa 300 Unternehmen hinzu, in politisch bewegten Jahren -wie etwa 2022 mit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine – auch etwa 500.

Was erwarten Unternehmen von Ihrem Netzwerk?

Einmal jährlich befragen wir unsere Mitglieder dazu und zu zahlreichen anderen Themen. Bei der Motivation stehen abwechselnd die Übernahme sozialen Engagements und die Möglichkeit, dem Fach- und Hilfskräftemangel entgegenzuwirken, an der Spitze. So gab es 2022 ein starkes Interesse daran, wie Geflüchtete aus der Ukraine beruflich integriert werden können.

Weitere wichtige Fragen für unsere Mitglieder sind: Wie komme ich mit den Menschen in Kontakt? Was ist rechtlich zu beachten? Wie lassen sich Sprachbarrieren überwinden? Im Blick auf die Geflüchteten aus der Ukraine stellten sich zudem viele Unternehmen die Frage, wie es mit deren Bleibeperspektiven aussieht.

Worin bestehen Ihrer Erfahrung nach die größten Hürden bei der betrieblichen Integration Geflüchteter?

Die oft komplizierte rechtliche Situation und die Sprachbarrieren habe ich bereits angesprochen. Letztere werden auch dann zu einem Thema, wenn es um Ausbildung und die Leistungsanforderungen in der Berufsschule geht. Zunehmend wird auch die Suche nach Wohnraum zu einer Herausforderung.

Bei vielen Unternehmensmitgliedern – Klein- und Handwerksbetrieben – gibt es keine Personalabteilung, da kümmert sich der Chef um alles: Was bedeutet eine Duldung arbeitsrechtlich? Wie bringe ich meinen Azubi durch die Abschlussprüfung? Deutschkenntnisse sind dabei nicht nur für die Berufsschule wichtig, sondern auch für den Kundenkontakt. Zahlreiche unserer Mitgliedsunternehmen kommen aus der Hotellerie, der Gastronomie oder dem Handel, wo der unmittelbare Kundenkontakt besonders wichtig ist.

Die Chefs und die Ausbilder in den Unternehmen sind sehr engagiert und begleiten Geflüchtete etwa bei Behördengängen.


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