41.CSR-MAGAZIN Corporate Political Responsibility Unternehmen & Gesellschaft

Sollen sich Unternehmer politisch positionieren?

Foto: Nik MacMillan auf Unsplash

Das sagen Repräsentanten christlicher Unternehmerverbände

Berlin (csr-news) – Unternehmer und Top-Manager positionieren sich öffentlich für eine tolerante Gesellschaft, einige auch gegen die AfD. Viele Statements finden sich im sozialen Netzwerk LinkedIn (> CSR NEWS berichtete).  Sollten sich Unternehmensvertreter in der aktuellen Diskussion über Rechtsextremismus und Populismus öffentlich politisch äußern? Und für welche Positionen sollten sie eintreten? Das sagen Repräsentanten christlicher Unternehmerverbände:

Friedhelm Wachs ist Verhandlungsexperte und Vorsitzender des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer in Deutschland (AEU) .„Aus der Geschichte lernen wir – so schmerzhaft das ist: Es polarisiert, sich als Unternehmen politisch zu positionieren“, sagt Wachs. „In der Zeit um 1933 haben sich Unternehmen politisch positioniert, erst heimlich und dann immer öffentlicher. Das hat auch nach innen gespalten. Heute würde es dazu führen, dass auch AFD-nahe Unternehmen und Unternehmer sehr sichtbar würden, spätestens wenn es eine Regierungsbeteiligung der AfD gäbe. Im Osten unseres Landes gibt es unter nicht wenigen mittelständischen Unternehmern und Handwerkern durchaus eine große Affinität in diese Richtung.“

Haltung ins Unternehmen bringen

Sinnvoll sei es dagegen, wenn Unternehmen auf ihre wirtschaftlichen Interessen verwiesen, so der AEU-Vorsitzende. „Als Exportnation wollen wir exportieren, was eine Offenheit für andere Kulturen voraussetzt. Und diese Offenheit brauchen wir auch im Blick auf die Integration ausländischer Fachkräfte. Offenheit bedeutet, Menschen willkommen zu heißen. “

Wachs plädiert dafür, dass Unternehmer und Führungskräfte ihre Haltung und ihr Menschenbild mit ins Unternehmen einbringen. „Über die letzten 30 Jahre haben wir eine Unternehmenskultur geprägt, in der die eigene Haltung im Unternehmen eher bedeckt gehalten wurde. Wenn wir ein offenes, ein menschliches Menschenbild haben, sollten wir das auch zeigen.“ Viele christliche Manager in Konzernen hätten das aus Rücksicht auf Mitarbeitende aus anderen Religionen und mit Verweis auf Compliance Regeln lange nicht getan. Wachs weiter: „Wenn wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen, dann wird aber klar, dass muslimische, hinduistische oder buddhistische Kollegen dasselbe Menschsein für sich beanspruchen können, wie christliche Mitarbeitende. Das gilt es offensiv zu zeigen.“


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