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3. Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung: Wie mobile Medien Notfallteams helfen


Thursday, June 16th, 2016
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(csr-partner) > Der Forschungsförderpreis der Universität , verliehen durch die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, geht 2016 an das Forschungsprojekt „Klinische Evaluierung und Weiterentwicklung einer tabletbasierten App für die Dokumentation von innerklinischen Reanimationen“. Im Rahmen eines Sonderkonzerts des Monteverdichors unter Chorleiter Professor Matthias Beckert wurde der Preis in Höhe von 25.000 Euro in der Würzburger Neubaukirche am Sonntag, 12. Juni 2016, zum dritten Mal vergeben. Das dreiköpfige, interdisziplinäre Preisträgerteam will mittels eines Tablets zunächst den Einsatz von Notfallteams bei Herz-Kreislauf-Stillständen genau dokumentieren. Ziel ist eine Verbesserung der Behandlung und der Trainings von Notfallteams in Kliniken.

Die Preisträger sind Prof. Dr. Thomas Wurmb und Oliver Happel von der Sektion Notfallmedizin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, ZOM Würzburg, sowie Dr. Tobias Grundgeiger, Experte für Psychologische Ergonomie am Institut für Mensch-Computer-Medien, Würzburg: „Pro Jahr ereignet sich in deutschen Krankenhäusern rund 50.000 bis 100.000 Mal ein Herz-Kreislauf-Stillstand. Hier kann die Patientensicherheit erhöht werden, wenn die Reanimationsleitlinien überarbeitet und durch gezielte Maßnahmen die Patientenversorgung verbessert wird. Dies ermöglicht der Einsatz von neuen Medien: Eine tabletbasierte App kann die Verbesserungen ermitteln und Reanimationen künftig erfolgreicher machen.“

Die in Würzburg ansässige Vogel Stiftung unterstützt die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, um Spitzenleistungen in der Forschung durch die Förderung sichtbar zu machen. Dies soll mittels einer jährlichen Preisvergabe, dem „Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp“, geschehen und wird über den Universitätsbund organisiert. Universitätspräsident Prof. Dr. Alfred Forchel dankte dem Stifter „für das herausragende Engagement zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an unserer Alma Mater“ und wünschte den Preisträgern viel Erfolg für die Forschungen. David Brandstätter, Vorsitzender des Universitätsbundes und Geschäftsführer Main-Post, verwies auf die große Wirkung der Förderungen für den Wissenschaftsstandort Würzburg.

Interview mit dem Forscherteam

Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Würzburg entwickelt eine tablet-basierte App, die Notfalleinsätze in Krankenhäusern effektiver und zielgerichteter machen soll.

Hintergrund: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man während eines stationären Aufenthalts im Krankenhaus einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet und reanimiert werden muss? Leider größer, als Sie vielleicht zunächst annehmen würden! Man geht davon aus, dass es bei 2 bis 5% der stationären Behandlungen in zu einem Notfallereignis kommt. Bei schätzungsweise 18 Millionen Patienten pro Jahr liegt diese Zahl also zwischen 360.000 und 900.000. Unter dieser großen Zahl verschiedener Notfallereignisse geht man von etwa 50.000 bis 100.000 Herz-Kreislauf-Stillständen in den Krankenhäusern aus. Das erfolgreiche Forschungsprojekt hat also das Potenzial bei der Rettung vieler Leben zu helfen.

  1. Inwiefern ist das Forschungsprojekt interdisziplinär?

Bei der Behandlung von Notfällen ist nicht nur die Medizin wichtig, sondern es spielen auch die Verhaltensweisen von Menschen und die Interaktion von Mensch und Technik eine zentrale Rolle. Unser Team besteht deshalb aus Experten aus dem Bereich Mensch-Technik-Interaktion mit einem Hintergrund im Fachgebiet der Psychologie sowie aus Notfallmedizinern.

  1. Was genau macht die von Ihnen entwickelte App?

Bei Notfalleinsätzen agiert das Behandlungsteam in einem besonderen Risikobereich der Medizin. Hier sind zeitlich genau abgestimmte Maßnahmen und deren Chronologie von großer Bedeutung für das Behandlungsergebnis. An dieser Stelle liegt ein großes und bislang ungelöstes Problem der Notfallversorgung: Die Notfallversorgung ist zeitkritisch, dynamisch und komplex und das Zeitgefühl der handelnden Personen ist stark verändert. Genau hier setzt die App an. Zum einen wird durch die Anwendung der App eine punktgenaue Dokumentation ermöglicht. Zum anderen werden die behandelnden Ärzte durch Hinweise durch die entsprechenden Behandlungsleitlinien geführt.

  1. Was wollen Sie bewirken und welche Schritte stehen als nächstes an?

Durch die Anwendung der App versprechen wir uns eine verbesserte Dokumentationsqualität. Dies ist von großer Bedeutung, um Erkenntnisse über die Verbesserungschancen der Versorgungsqualität zu erhalten. Zudem erhoffen wir uns ein exakteres Timing der lebensrettenden Maßnahmen und damit eine Verbesserung der Überlebenschancen der Patienten.

Weitere Infos und Kontakt unter: psyergo.uni-wuerzburg.de, www.vogel-stiftung.de und www.unibund.uni-wuerzburg.de

Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp wurde 2000 von dem Würzburger Verleger Dr. Kurt Eckernkamp und seiner Frau Nina Eckernkamp-Vogel gegründet. Die Stiftung fokussiert in ihrer Förderung auf vier Felder: Bildung, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Kultur. Dr. Eckernkamp ist Aufsichtsratsvorsitzender des traditionsreichen deutschen Fachmedienhauses Vogel Medien Gruppe, mit Sitz in Würzburg.


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