Werbung


Monday, September 22nd, 2014
Ip access
Ausgabe 15 (2014)
Ausgabe 14 (2014)
Ausgabe 13 (2014)
Ausgabe 12 (2013)
Ausgabe 11 (2013)
Ausgabe 10 (2013)
Ausgabe 9 (2013)
Ausgabe 8 (2012)
Ausgabe 7 (2012)
Ausgabe 6 (2012)
Ausgabe 5 (2012)
Ausgabe 4 (2011)
Ausgabe 3 (2011)
Ausgabe 2 (2011)
Ausgabe 1 (2011)
Businesses
Consultants
Business Councils
NGOs
Academic Networks
Research Institutes
Journals
english
german
CSR reports
Jobs
Events
Call for Papers
New Publications
Podcast


Werbung




Use CSR NEWS also through the following services designed for your needs:


Daily News per Email


Weekly News per Email


Become CSR NEWS-Friend
on Facebook !


CSR NEWS updates
through Twitter


RSS-Feeds



Vom Risikothema zum systematischen Management – Wie Unternehmen mit Menschenrechten umgehen


Tuesday, May 24th, 2011
Partnermeldung


© image / Bildnachweis

von Barbara Rinser

Menschenrechtsverstöße durch Unternehmen geraten zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Kritisiert werden vor allem die Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben in Entwicklungsländern. Doch auch der Umgang mit Mitarbeitern hierzulande sorgt für negative Schlagzeilen. Zu beobachten ist, dass sich viele Unternehmen erst dann mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen, wenn sie wegen Menschenrechtsverstößen am Pranger stehen. Dabei sind diese Verstöße keine Seltenheit. Um einen Reputationsschaden zu vermeiden, ist es notwendig, dass Unternehmen Menschenrechte managen.

Grundlagen der internationalen Menschenrechte
Internationale Referenzdokumente sind zahlreich vorhanden: die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN), der Internationale Pakt über politische und bürgerliche Rechte sowie der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Während diese Dokumente eindeutig an Staaten adressiert sind, existieren auch internationale Konventionen, die sich auf die Verantwortung von Unternehmen konzentrieren. Dazu zählen die Erklärung der International Labour Organisation über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit und der UN Global Compact.

Menschenrechte als Management-Aufgabe
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte ist für viele Unternehmen schwierig, wie ein Blick auf die Diskussionen im Human Rights and Businesses Dilemmas Forum des UN Global Compact zeigt. Unternehmen bereitet es Probleme, die oft abstrakten politischen Normen in ihre Unternehmenspraxis zu übersetzen. Wie lässt sich beispielsweise Kinderarbeit in Entwicklungsländern verbieten, ohne die finanzielle Situation für die betroffenen Familien zu verschlechtern? Und welche Rolle hat das Unternehmen dabei zu übernehmen? Um diese Fragen zu beantworten, ist ein systematisches Human Rights Management notwendig, das konkrete Ziele, Strategien und Policies zum Schutz der Menschenrechte formuliert. Und damit die Basis für ein zielgerichtetes Reporting über Menschenrechte setzt.

Lücken in der Berichterstattung deutscher Unternehmen
Wie geht die GRI mit dem komplexen Thema Menschenrechte um? Welche Richtlinien werden für die Berichterstattung vorgegeben? Und wie werden diese von den DAX-30 Unternehmen umgesetzt? Die GRI-Indikatorengruppe Menschenrechte deckt ein breites inhaltliches Spektrum ab. Abgefragt werden unter anderem die Investitions- und Einkaufstätigkeiten des Unternehmens, das Prinzip der Gleichbehandlung, sowie die Themen Vereinigungsfreiheit, Kinder- und Zwangsarbeit. Zusätzliche Indikatoren betreffen die Schulung des Sicherheitspersonals sowie die Rechte indigener Völker. Trotz der umfassenden Würdigung durch die GRI wird der Bereich Menschenrechte in der Berichterstattung der DAX-30 Konzerne oftmals vernachlässigt. Zwar berichten viele Unternehmen über ihre Mitgliedschaft im UN Global Compact. Die Indikatorengruppe Menschenrechte der GRI wird jedoch nur selten vollständig abgedeckt. Am häufigsten wird über Arbeitsrechte und Aspekte der Lieferkette berichtet. Über Menschenrechtsklauseln in Investitionsverträgen sowie Mitarbeiterschulungen dagegen informiert nur etwa die Hälfte der DAX-30 Unternehmen. Neben der inhaltlichen Breite ist auch die Berichtstiefe verbesserungswürdig. In den wenigsten Fällen umfassen die Angaben alle in den GRI Indikatoren definierten Informationen. Die meisten Unternehmen berichten zwar ihre Ziele und Policies, konkrete Aktivitäten werden jedoch oftmals nicht genannt. Auch entsprechende Performance-Daten werden nur selten berichtet. Lediglich die Bereiche Gleichbehandlung und Kinderarbeit bieten im Vergleich einen akzeptablen Informationsgehalt.

Verbesserung durch Fokussierung und Messung
Um das Human Rights Management und das Reporting zu verbessern, muss ein Unternehmen – gemeinsam mit seinen Stakeholdern – die Frage nach der Wesentlichkeit beantworten. Welche Menschenrechtsthemen sind für das Unternehmen und seine Geschäftstätigkeit bedeutend? Welche werden von den Stakeholdern als besonders wichtig für das Unternehmen angesehen? Daraus ergibt sich ein unternehmensspezifischer Blickwinkel auf das Thema Menschenrechte, der dem Management und der Berichterstattung Struktur verleiht. Durch die Erhebung und Veröffentlichung von Performance-Daten kann ein Unternehmen zusätzlich seine Leistung im Bereich Menschenrechte messen und diese glaubwürdig nach außen kommunizieren. Eine Herausforderung dabei: Komplexe Lieferketten erschweren es, den indirekten Einfluss von Unternehmen auf Menschenrechte abzuschätzen. Eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Geschäftspartnern ist daher in der Datenerfassung unabdingbar. Doch Unternehmen sollten nicht nur Problemfelder in den Mittelpunkt stellen. Auch die positiven Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Menschenrechtslage sollten gemanagt und dargestellt werden, beispielsweise hinsichtlich des Rechts auf Gesundheit oder Bildung. Denn das Thema Menschenrechte bietet mehr als Reputationsrisiken – es bietet die Chance zur Positionierung und zur Verbesserung der Prozesse und Produkte.

Barbara Rinser war von Juni bis August 2010 Praktikantin bei akzente kommunikation und beratung gmbh.


In etwa sechs Wochen wird die Indikatorengruppe Gesellschaft in dieser Beitragsserie von akzente kommunikation und beratung gmbh vorgestellt.





    INFORMATION DESK








    TRANSLATION




    PRINT
    PDF
    TELL A FRIEND

    AUTHOR
    akzente kommunikation und beratung gmbh



    EMAIL TO THE AUTHOR

    CATEGORIES: +german | akzente kommunikation und beratung gmbh | member news

    RELATED ARTICLES


    OTHER ARTICLES BY THIS AUTHOR
    7 other articles by






    © 2005- | CSR NEWS GmbH | CSR NEWS ist ein Projekt des Vereins Unternehmen - Verantwortung - Gesellschaft e.V.
    Contact: editors@csr-news.net | Phone: +49 (0) 2192 – 8546458
    Disclaimer | Legal Notice | Powered by WordPress | 1.195 seconds | web design by kollundkollegen.