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SOLARanschluss – Ein Projekt im Rahmen von sneep Oldenburg


Saturday, September 26th, 2009
Partnermeldung


© image / Bildnachweis

– ein Bankvorstand, ein Diplom-Biologe und eine Philosophiestudentin stehen auf dem Dach der Oldenburger Justizvollzugsanstalt (JVA) und werfen einen sachkundigen Blick über die Dachanlagen. Der technische Leiter der JVA erklärt gerade, dass es mit der Statik keine Probleme geben dürfte, weil alle Dächer über eine solide Betondecke verfügen – aus Sicherheitsgründen. Auch sonst machen die Flächen einen guten Eindruck, obwohl der leichte Nieselregen dem Vorhaben, auf Oldenburger Dächern überhaupt Photovoltaikanlagen installieren zu wollen, einen leicht ironischen Anstrich verleiht. Aber genau das ist das erklärte Ziel der drei Besucher der JVA und der Grund für das ungewöhnliche Zusammenkommen so unterschiedlicher Personen.

Was die verschiedenen Interessenvertreter zusammenbringt, ist die Initiative SOLARanschluss. Diese setzt sich für die Gründung einer Bürger-Solar-Genossenschaft in Oldenburg ein. Die Idee der Initiative ist ganz einfach: Über eine Genossenschaft werden die Finanzierung, der Bau und der Betrieb von Photovoltaikanlagen ermöglicht. Genosse kann jeder Oldenburger Bürger werden, der einen oder mehrere Anteile zeichnet. Der Vorteil einer Genossenschaft besteht darin, dass das Finanzierungsrisiko relativ gering ist, weil nur das Genossenschaftsvermögen haftet. Im schlimmsten Fall des Bankrotts der Genossenschaft verliert ein Genosse also seinen Anteil, im besten Fall erhält er eine Rendite von durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr. Dies ist unter anderem dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu verdanken, welches festlegt, dass für eine Dauer von 20 Jahren der produzierte Strom ins örtliche Stromnetz eingespeist und zu einem festen Satz vergütet wird. Die restliche Arbeit erledigt die Sonne.

Der technische Leiter und seine drei Besucher sind inzwischen vor dem stärker gewordenen Regen ins Innere der JVA geflüchtet und inspizieren den großen Dachboden unter dem Spitzdach. Es gibt genug Raum, um Wechselrichter aufstellen zu können. Wechselrichter sind neben den Solarmodulen das Herzstück einer jeden Photovoltaikanlage, weil der produzierte Gleichstrom erst in Wechselstrom umgewandelt werden muss, bevor er ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Auch Trassen für Stromleitungen sind vorhanden, um den Solarstrom zum Haupteinspeisepunkt zu leiten. Das einzige Problem: Die Leitungswege von den Dachflächen zur JVA-eigenen Trafo-Station sind sehr weit, wodurch auch entsprechende Kosten anfallen werden.

Der Bankvorstand und seine beiden ungewöhnlichen Begleiter sind dennoch begeistert. Wie kam es zu diesem Zusammenschluss dreier Menschen, deren fachliche Hintergründe unterschiedlicher kaum sein können? In erster Linie war es der Wille, aktiv etwas gegen die drohende Erderwärmung zu tun, der die  Menschen zum Schutz des Klimas zusammen brachte. SOLARanschluss ist mittlerweile fast zwei Jahre alt. Entstanden ist die Initiative zum einen aus dem Projekt „Uni Solar“, das im November 2007 einige engagierte Oldenburger Studenten aus der Taufe gehoben hatten. Diese sind bei sneep, dem Studentischen Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik, aktiv. Zum anderen gesellte sich ein Projekt der Volkshochschule für arbeitslose Akademiker unter das Dach von „SOLARanschluss“. „Uni Solar“ verfolgte an der Universität Oldenburg das Ziel, eine Solargenossenschaft zu gründen, um auf den Universitäts- und Studentenwerksdachflächen Photovoltaikanlagen zu betreiben. Dabei sollte das notwendige Genossenschaftskapital besonders unter den Studenten der Universität Oldenburg gesammelt werden. Parallel wurde im Rahmen eines Akademiker-Projekts der Volkshochschule ebenfalls an Ideen bezüglich der ersten Oldenburger Bürger-Solargenossenschaft gearbeitet. Aufgrund der gleichgerichteten Projektziele und dem Auslaufen des Volkshochschulprojekts schlossen sich die beiden Projekte Mitte 2008 unter dem Namen „SOLARanschluss“ zusammen.

Auch die Raiffeisenbank Oldenburg eG war mit dem eigenen Projekt einer Bürger-Solargenossenschaft bereits im Umland aktiv; so kam es zur Unterstützung der Initiative durch das Geldinstitut. Die Bankmitarbeiter bringen geschäftliches Know-how mit und bürgen mit ihrer Institution bei den interessierten Bürgern für Sicherheit. So kann die Initiative insgesamt mit glaubhaften Idealismus, Bürgernähe und Sicherheit überzeugen.

Diese Art der Kooperation trifft auch beim technischen Leiter der JVA auf offene Ohren. So hofft er auf eine positive öffentliche Wirkung, da seine Einrichtung unter den Bürgern teilweise an einer schlechten Reputation leidet. Die Direktion sagt dem Vorhaben der Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der JVA jedoch aufgrund des Sicherheitsrisikos nach zwei Monaten ab.

Die aktiven Bürger, die hinter der Initiative SOLARanschluss stehen, lassen sich davon jedoch nicht entmutigen. Die Enttäuschung über Rückschläge wie diesen konnte durch das große öffentliche Interesse und die Begeisterung, mit der viele Oldenburger den Plänen begegnen, kompensiert werden. Das Projekt steht keineswegs still – im Gegenteil: Mittlerweile sind auf den Universitätsgebäuden und einigen Wohnheimen des Studentenwerks sichere Standorte für die Bürgersolaranlage in Aussicht.

Die Erfahrungen der Raiffeisenbank bezüglich der Umsetzung der Bürger-Energie-Genossenschaft haben gezeigt, dass der Gründungs- und Verwaltungsaufwand einer Genossenschaft nicht unterschätzt werden sollte. Daher beschloss SOLARanschluss im Mai 2009, auf die Gründung einer eigenständigen Genossenschaft zu verzichten. Vielmehr sollen die Synergien zwischen der Raiffeisenbank, der bereits bestehenden Bürger-Energiepark Ammerland-Oldenburg eG und SOLARanschluss optimal genutzt werden.

Und wie geht es weiter? In Zukunft wird SOLARanschluss als Studentengruppe der Universität Oldenburg bestehen bleiben und mit dem Vorstand des Energieparks zusammenarbeiten. Außerdem soll der Austausch zwischen den verschiedenen Forschungs-Einrichtungen der Universität und der Genossenschaft gefördert und ein Netzwerk zum Thema „erneuerbare Energien“ in der Region Oldenburg-Ammerland geschaffen werden.

von Till Bause, Anna Pechan und Juliane Reichel

Weitere Informationen zum Projekt SOLARanschluss unter www.solaranschluss-ol.de/.

sneep – das Studentische Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik – engagiert sich deutschlandweit in rund 30 Lokalgruppen, um mit verschiedenen Projekten, um Themen rund um WUE in Lehre und Praxis voranzubringen. Nähere Informationen zu sneep sind auf der Homepage www.sneep.info zu finden.


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