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Google bringt das Internet in Kenias Dörfer


Dienstag, 3. Februar 2009
Redaktionsmeldung


© image / Bildnachweis

Google bringt das Internet in Kenias Dörfer

Nairobi > Haben Sie schon einmal versucht, in den ländlichen Regionen Kenias eine Internetverbindung herzustellen? Versuchen Sie es nicht, das würde Sie selbst in den bevölkerten Regionen viel Zeit kosten und zugleich nur einen minimalen Datenaustausch ermöglichen. Aber lassen Sie uns Ihre Meinung dazu wissen, ob ländliche Regionen in das Internet für eine nachhaltige Entwicklung brauchen.

Das Handy ist tagtägliches Kommunikationsmittel für viele Kenianer, auch in den ländlichen Regionen. Anrufe, SMS und das Flashen (ein kurzes Anläuten als Rückrufbitte) sind in Ausdrucksformen einer neuen digitalen Kommunikationskultur. Mobilfunknetze sind selbst in abgelegenen Regionen verfügbar. Und Telefongesellschaften bieten inzwischen erfolgreich Dienstleistungen wie Geldtransfers via Handy an, was den Alltag der Menschen erleichtert. Für das Browsen im Internet eignen sich allerdings weder die meisten der in genutzten Handys noch die Qualität der Netze.

Google ermöglicht derzeit die Ausstattung von drei abgelegenen afrikanischen Dörfern mit modernster Internettechnologie. Eine neue Welt für Menschen in Regionen, die größtenteils nicht mit der Computernutzung vertraut sind. Oder denen es geht wie zwei meiner Freunde, die mit ihren Laptops aus der Stadt auf das Land gezogen sind: Ihnen fehlt heute der Strom, um ihre Geräte aufladen und nutzen zu können.

Eines der Internetdörfer ist Entasopia mit seinen 4.000 Einwohnern, etwa 100 Kilometer von der kenianischen Hauptstadt Nairobi entfernt gelegen. Hier haben im vergangenen November drei junge Ingenieure der Universität Michigan eine solarbetriebene Internetstation mit einer schnellen Breitband-Satellitenverbindung aufgebaut. Die New York Times berichtet aktuell über dieses Projekt, das vor Ort von der kenianischen Nonprofit-Organisation Arid Lands Information Network (ALIN) getragen wird. Den Aufbau der Satellitenstation und die monatlichen Verbindungsgebühren finanziert Google. ALIN setzt auf eine Förderung der nachhaltigen Entwicklung in ländlichen Regionen durch den Ausbau von Informationstechnologien und Netzwerken. Dabei kommen vor allem ehrenamtliche Mitarbeiter zum Einsatz. In Entasopia sind es besonders die jungen Leute, die sich für die neue Technik und den Umgang mit dem PC interessieren. Sie wollen lernen, was das World Wide Web ist und wie man eine Webadresse einrichtet und nutzt.

Für Google liegt das Projekt Entasopia außerhalb der ‘normalen Geschäftstätigkeit’ und bietet den Menschen die Chance zum Experimentieren mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Zugleich ist es für das Unternehmen auch eine Chance herauszufinden, ob und wie neue Märkte erschlossen werden können. Ob der Aufbau von Satellitenstationen in Regionen, in denen die Menschen mit mangelnder medizinischer Versorgung, den hygienischen Bedingungen und der Finanzierung ihres Saatgutes zu kämpfen haben, der richtige ‘nächste Schritt’ in Sachen Nachhaltigkeit ist, wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. PCs sind in alles andere als verbreitet, und allein für den Erwerb eines Modems müsste der normale Arbeiter einen Monatslohn aufwenden.

CSR NEWS Diskussion – Bringen Sie Ihre Meinung ein:
Braucht die nachhaltige Entwicklung im ländlichen das Internet?
Senden Sie uns eine Email mit Ihrem Kommentar: redaktion@csr-news.net

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Achim Halfmann is CSR NEWS' managing director and editor-in-chief.

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