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Nachhaltigkeitsberichte für Unternehmen immer wichtiger


Monday, September 1st, 2008




Ein Beitrag von Bente Britoschek, Ernst & Young AG. Das 21. Jahrhundert bedeutet für Unternehmen voranschreitende Globalisierung und Marktliberalisierung und somit zunehmenden Einfluss, aber auch wachsende Verantwortung. Spätestens seit den Ereignissen um Brent Spar mussten Unternehmen erkennen, dass sowohl der Umgang mit den Folgen ihrer ökologischen und sozialen Aktivitäten als auch ihr Handeln selbst nicht nur der gesellschaftlich-öffentlichen Legitimation bedürfen, sondern auch erfolgsentscheidend sein können.

Aus der Notwendigkeit, verantwortungsbewusst zu handeln, und vor dem Hintergrund einer langfristigen wirtschaftlichen Erfolgssicherung und Unternehmenswertsteigerung ergeben sich für Unternehmen viele Herausforderungen. Eine Antwort hierauf lässt sich in der Integration des Faktors Nachhaltigkeit in Strategie sowie Geschäftspolitik erkennen. In hat zwar die Diskussion um die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung Hochkonjunktur, dennoch steht gerade die strategische Herangehensweise an das Thema „Corporate Social Responsibility“ im internationalen Vergleich erst am Anfang.1 Zwar sind die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeitsengagement und Unternehmenserfolg nicht genau bekannt;2 allerdings lässt sich die Notwendigkeit von CSR-Aktivitäten für die dauerhafte Erschließung sowohl betriebswirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen Nutzens kaum leugnen.3 Auch wenn eine gewisse Unklarheit darüber bleibt, ob Unternehmen durch CSR erfolgreich werden oder ob Erfolg erst eine Beschäftigung mit CSR ermöglicht, wird es wohl zukünftig in der Praxis kaum um die Frage gehen, ob CSR ein Business Case ist, sondern vielmehr darum, unter welchen Voraussetzungen CSR zum individuellen wirtschaftlichen Erfolgsfaktor wird.

Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen für Unternehmen ist die nachhaltigkeitsorientierte Kommunikation ebenfalls kein Luxus mehr, sondern ein wichtiger Beitrag zur Akzeptanz des unternehmerischen Handelns. Um der Forderung nach angemessener Berichterstattung über den Umgang und der Wahrnehmung von Verantwortung gerecht zu werden, veröffentlichen immer mehr Unternehmen separate Berichte, in denen sie ihre gesellschafts- und umweltbezogenen Leistungen darstellen.4 Dabei wird auch deutlich, dass sich der inhaltliche Fokus in der nachhaltigkeitsorientierten Berichterstattung verlagert hat.5 Dominierten 2002 die Aspekte Umwelt, Sicherheit und Gesundheit, überwiegt seit 2005 die integrierte Berichterstattung über die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft.

Voraussetzung für den Erfolg und Nutzen eines solchen Nachhaltigkeitsberichts ist neben der Verankerung von Nachhaltigkeit in die Unternehmensprozesse eine ausgewogene, verlässliche und glaubwürdige Berichterstattung. Verbindliche Richtlinien und Mindestanforderungen an das CSR-Reporting existieren derzeit nicht. So beeinträchtigen bisher die subjektive Gestaltung sowie die uneinheitliche Definition von Leistungsparametern die Nützlichkeit der Nachhaltigkeitsberichte und zeigen, dass sich das nicht finanzielle Reporting verglichen mit der Geschäftsberichterstattung in einem frühen Entwicklungsstadium befindet.6 Auch auf dem Gebiet der externen Prüfung zeigen sich elementare Unterschiede zur Finanzberichterstattung, denn es besteht keine Pflicht, die nicht-finanziellen Berichte einer unabhängigen Instanz zur Kontrolle vorzulegen. Nichtsdestotrotz kann die freiwillige Prüfung einen wichtigen Beitrag zur Qualität und Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitsberichten leisten. Noch sind aber insbesondere die Vielfalt der bescheinigenden Organisationen, die Vielzahl der Vorgehensweisen sowie die Uneinheitlichkeit der ausgestellten Prüfungsurteile die größten Hindernisse für eine volle Nutzenerschließung der freiwilligen externen Zertifizierung.7

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Schritte im Ergebnis in Richtung Nachhaltigkeit sowie Professionalisierung des Managements und der Berichterstattung gehen und dass für Unternehmen regelmäßig handfeste ökonomische Gründe vorliegen, die eine Investition in Nachhaltigkeit rechtfertigen. Durch seine Integration in die Kommunikations- sowie Unternehmenspolitik und seine öffentliche Präsenz entwickelt sich der Faktor Nachhaltigkeit zu einer ökonomischen Bestimmungsgröße unternehmerischen Erfolgs.

Für weitere Informationen rund um das Thema „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ stehen wir Ihnen gerne mit unserer langjährigen Beratungs- und Prüfungserfahrung zur Verfügung

Ansprechpartner:

Ernst & Young AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Maik Lasarzik
Telefon +49 (0)201 2421 21935
maik.lasarzik@de.ey.com

Ernst & Young AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Christian Pohl
Telefon +49 (0)711 9881 17003
christian.pohl@de.ey.com

Quellenangaben:
1 Vgl. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), CSR-Politik, 2006, Seite 6–8
2 Vgl. Schaltegger, S.; Hasenmüller, P., Business Case Ergebnispapier, 2005, Seite 4, 6
3 Vgl. Schäfer, H., Wertorientierte Unternehmensführung, 2007, Seite 17
4 Vgl. Quick, R.; Knocinski, M. Berichterstattungspraxis, 2006, Seite 616
5 Vgl. www.corporateregister.com/charts/bytype.htm
6 Vgl. Haller, A.; Ernstberger, J., Leitlinien GRI, 2006, Seite 2516
7 Vgl. Survey CR Reporting, 2005, Seite 31; vgl. Clausen, J.; Loew, T. (Hrsg.), Testate und Glaubwürdigkeit, 2005, Seite 5

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Philipp Killius (Ernst & Young GmbH)

Philipp Killius is responsible for climate change and sustainability services at Ernst & Young GmbH, Germany

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