Monday, July 7th, 2008
Businesses & Consultants
Business Councils
NGOs
Academic Networks
Research Institutes
Journals
english
german
french
Events
Call for Papers
New Publications
Podcast
New York Times
Washington Post
Times online
more >>>
WBCSD
Eldis
GreenBiz
more >>>




Freiheit zum Lebensentwurf als europäisches Ideal


Wednesday, February 27th, 2008




Kaiserslautern > Darüber waren sich die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion „Aspekte eines sozialen Europas“ einig, zu der das Institut Unternehmensführung (IU; Kaiserslautern und Berlin) und die Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur (ask; Bonn) am Freitag, 22. Februar 2008 nach Kaiserslautern eingeladen hatte. Die Diskussion über die Aspekte eines sozialen Europas orientierte sich an den drei Ebenen: Was ist Europa, was bedeutet sozial und welches sind die zentrale Aspekte?

Für Sabine Bach, Vorstandsmitglied des SPD Unterbezirks Kaiserslautern und Leiterin eines lokalen Bildungsträgers muss Europa als Gemeinschaft der Rechte verstanden werden. Die Vorstellung einer Wertegemeinschaft sei mit Vorsicht zu genießen, da gerade in unseren gegenwärtigen pluralistischen Gesellschaft eine homogene Wertvorstellung weder zu finden noch überhaupt wünschenswert sei. Gleichwohl konterte der Philosoph und Geschäftsführer der ask, Martin Booms, dass es ohne einen wertebasierten Zusammenhalt nicht gehe. Ein verbindlicher Werterahmen jenseits persönlicher Haltungen zu konkreten Fragen könne aber nur formalistisch gedacht werden. Man müsse also über grundlegende Werte wie etwa Solidarität, Freiheit, Gerechtigkeit sprechen, die hinsichtlich bestimmter Gruppen durchaus unterschiedlich ausgeprägt sein könnten und im politischen Diskurs der Konkretisierung bedürften. Diesem formalen Verständnis eines gemeinsamen Bezugsrahmens europäischer Identität stimmte Dieter Schiffmann, Direktor der rheinland-pfälzischen Landeszentrale für politische Bildung, grundsätzlich zu und betonte, dass das Selbstverständnis und der Zusammenhalt Europas vor allem auch an der Idee der Menschenwürde festgemacht werden müsse.

Für die Gestaltung eines sozialen Europas ist es nach Tobias Lorenz, Doktorand und Stipendiat der Stiftung Wertevolle Zukunft in Hamburg, wichtig, zuerst eine Idee einer sozialen und politischen Gemeinschaft zu haben und erst dann den Blick auf die Wirtschaft zu richten. Gerade in einem Europa, das auf dem Weg zur Wissensgesellschaft ist, seien Gleichheit und Sicherheit von größter Bedeutung, was er exemplarisch am Beispiel der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens erläuterte. Bei der Forderung nach Gleichheit sei, so Bach, allerdings vor Gleichmacherei gewarnt. Für sie kann soziale Gerechtigkeit nur dann erreicht werden, wenn alle Menschen bestmögliche Chancen zur Teilhabe an den Möglichkeiten einer Gesellschaft haben. Und dazu gehörten vor allem auch Bildung und Arbeit.

In der Folge erklärte Bach zentrale Aspekte eines sozialen Europas, darunter die Daseinsvorsorge im Sinne von Leben, Wohnen. Lernen, Arbeiten. Damit verbunden müsse auch die Rolle von Arbeit und Arbeitsbedingungen überdacht werden, wobei die Anerkennung und der Werte eines Menschen nicht an seiner Sozialversicherungspflicht festgemacht werden dürfe. Auch müssten die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Fragen des Gender Mainstreaming bezogen werden und hinsichtlich einer gerechten Gesellschaft erörtert werden.

Grundlegend für die Umsetzung der zentralen sozialen Aspekte sei vor allem aber die Orientierung an einer verbindenden Idee von Europa; zentral dafür sei laut Booms die Idee der Freiheit, die aber immer zuerst auf die Freiheit des individuellen Menschen und damit als Freiheit der verschiedenen Lebensentwürfe im Rahmen einer politischen Diskurskultur verstanden werden müsse.

Matthias Schmidt, Geschäftsführer des Institut Unternehmensführung, moderierte die Podiumsdiskussion.

Info und Kontakt: www.institut-unternehmensfuehrung.de; www.akademie-ask.de

Das Institut Unternehmensführung hat in diesem Zusammenhang einen Infobrief erstellt, der auf der Homegage des IU heruntergeladen werden kann.




INFORMATION DESK
PRINT
SAVE AS PDF
TELL A FRIEND

AUTHOR
Kristin Vorbohle (editor)

Kristin Vorbohle, MA, is senior manager and editor at CSR NEWS. She is project manager at the "Institut Unternehmensführung".

EMAIL TO THE AUTHOR

CATEGORIES: Institut Unternehmensführung | editor's news | german

RELATED ARTICLES
  • Startschuss für Preis Freiheit und Verantwortung
  • Preis “Freiheit und Verantwortung” verliehen
  • Merkel: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind die Grundwerte
  • Deutsche Telekom Hauptsponsor des Sommersymposiums der Initiative Freiheit und Verantwortung
  • Ein Jahrhundert Bayer.Kultur gewinnt bei Initiative Freiheit und Verantwortung
  • „Staatsgläubigkeit“ bremst Wirtschaftswachstum
  • “Kritisieren ohne zu verletzen” – Lernen von den Weisheitsprüchen Salomos
  • Kirchhof: Deutschland braucht mehr Vertrauen in Freiheit
  • Neue grüne Gerechtigkeitspolitik? Bündnis 90/ Die Grünen diskutieren Gerechtigkeit und Armut
  • Denknetz Online
  • CSR - wenn Unternehmen Gutes tun
  • John Stuart Mill - Der vergessene politische Ökonom und Philosoph
  • Klimaschutz für Mehrheit der Europäer dringendes Thema
  • Supply Chain Management
  • Familie und Ehrlichkeit sind den Deutschen am wichtigsten
  • Deine Stimme für Afrika - Musik für Township-Projekte
  • Neues Netzwerk fordert staatliche Regeln für mehr Unternehmensverantwortung
  • Lidl erwirbt Beteiligung an Bio-Supermarktkette basic
  • Mögliche Interessenkonflikte von Bundestagsabgeordneten werden transparenter
  • Niederlagen: Christentum motiviert zum Aufrappeln


  • OTHER ARTICLES BY THIS AUTHOR
    124 other articles by Kristin Vorbohle (editor)



    <


    © 2005-2007 | CSR NEWS GmbH | CSR NEWS is a project of the Corporate Responsibility Foundation
    Contact: editors@csr-news.net | Phone: +49 (0) 2192 – 877 0000 (German speaking countries) | +1 514 – 661 0519 (international)
    Disclaimer | Legal Notice | Powered by WordPress | 0.973 seconds | web design by kollundkollegen.