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Warum können einige Unternehmen besser abschätzen, was sich Stakeholder von ihnen erwarten als andere?


Monday, November 5th, 2007


© image / Bildnachweis

Aktuelle Studie geht den Qualitätsunterschieden von CSR auf den Grund

RESPONSE ist eine der ersten und umfassendsten Studien zum Thema CSR. Insead, eine der führenden Business Schools weltweit versucht damit aufzuklären, inwiefern unternehmerisches Handeln von individuellen Managereigenschaften abhängig ist und somit das Niveau für verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen beeinflusst.

Das Problem einer oft zu geringen Umsetzung von CSR in Unternehmen liegt dieser Studie zufolge nicht nur im fehlenden Interesse, sich mit dem Einfluss von unternehmerischem Handeln auf die Gesellschaft zu beschäftigen, sondern auch im geringen Verständnis der komplexen Erwartungen der Stakeholder eines Unternehmens. Dieser zweite Punkt führt zu einem Auffassungsunterschied zwischen dem Verständnis der Manager und jenem der Stakeholder über die Verantwortung des Unternehmens der Gesellschaft gegenüber.

  • Warum haben einige Unternehmen ein feineres Gespür gegenüber dem, was sich Stakeholder von ihnen erwarten als andere?
  • Welche Faktoren erklären diese signifikanten Unterschiede?
  • Und was könnte getan werden um diese Faktoren zu mindern bzw. sogar gänzlich auszulöschen?

    Diese Fragen versuchte RESPONSE im Rahmen einer dreijährigen Studie über die Praxis unternehmerischer Verantwortung zu klären. 21 europäische und nordamerikanische multinationale Unternehmen, die in acht verschiedenen Branchen tätig sind und mehr als 100 Stakeholder definiert haben, nehmen an dieser von der Europäischen Kommission initiierten Studie teil.

    Die ersten Ergebnisse sind bereits online verfügbar. Kurz zusammengefasst wird Folgendes ersichtlich:

    1. Es besteht ein großer Auffassungsunterschied zwischen dem Verständnis von CSR im Management und jenem der Stakeholder. Den Unternehmen geht es hauptsächlich darum, negative Auswirkungen zu vermeiden („do not harm“), anstatt einer proaktiven Einstellung zu CSR („do good“).

    2. Die Studie bestätigt, dass dieser Auffassungsunterschied umso größer ist, je geringer die soziale Leistung des Unternehmens.

    3. Die externen Faktoren welche Einfluss auf eine mögliche Übereinstimmung von Managementbild und Stakeholderbild haben sind:

    • Dynamik der Industrie: je dynamischer, umso höhere Übereinstimmung
    • Regionale Dynamik: je dynamischer die Region, umso höhere Übereinstimmung
    • Druck von externen Akteuren: je größer der Druck, umso höhere Übereinstimmung

    4. Die internen Schlüsselfaktoren, die auf eine bessere Übereinstimmung schließen lassen sind:

    • Unternehmensstrategie: Differenzierungsstrategie führt zu höherer Übereinstimmung als Kostenminimierungsstrategie
    • CSR Initiativen: Firmen die interne Prozessänderungen gegenüber externen Stakeholderengagement priorisieren, zeigen eine höhere Übereinstimmung
    • Motivation: Unternehmen die durch einen Innovationsprozess motiviert werden zeigen eine höhere Übereinstimmung, als jene aus Gründen wie Risikominimierung oder Gewinnerhöhung handeln

    Es konnten außerdem Empfehlungen für unterschiedliche Anspruchsgruppen wie Unternehmer, Stakeholder, Managementschulungen, zukünftige akademische Studien, Politik und Standards abgeleitet werden. Diese und weitere Informationen zu RESPONSE finden Sie im beigefügten Final Report bzw. auf der Homepages des Projekts.

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    AUTHOR
    Prof. Dr. Thomas Beschorner

    Prof. Dr. Thomas Beschorner ist wissenschaftlicher Leiter von CSR NEWS. Er ist Professor an der Universität St. Gallen und dort Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik

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