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Kirchliche Verbände: Mikrofinanzfonds auch in Deutschland zulassen


Friday, October 26th, 2007




Seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an den Mikrobanker Muhammad Yunus erleben die evangelischen und katholischen Kirchenbanken eine stark steigende Nachfrage nach ethischen Geldanlagen und besonders nach Mikrofinanzprodukten. Bislang dürfen Mikrofinanz-Publikumsprodukte aber in Deutschland nicht angeboten werden. Aus diesem Grund fordern das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), die evangelischen und katholischen Kirchenbanken und der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) die Zulassung von Mikrofinanzfonds in Deutschland und eine entsprechende Änderung des Investmentgesetzes. Schon in dieser Woche stehen in Berlin die abschließenden Beratungen zur Novellierung dieses Gesetzes an. Grund für die Nichtzulassung von Mikrofinanzprodukten ist, dass in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassene Investmentfonds derzeit nicht in unverbriefte Darlehensforderungen oder Unternehmensbeteiligungen investieren dürfen, die nicht an Börsen oder anderen organisierten Märkten gehandelt werden. Diese beiden Vermögensgegenstände bilden aber die wichtigste Asset-Klasse für Mikrofinanz-Anleger. Der vorliegende Kabinettsentwurf des Investmentgesetzes sieht die Einführung "Sonstiger Sondervermögen" als neue Fondskategorie vor, die auch die Anlage von 30 Prozent des Fondsvermögens in unverbriefte Darlehensforderungen ermöglichen soll. Dies erscheint aber den kirchlichen Verbänden nicht als ausreichend. Wo Mikrofinanz drauf stehe, solle auch Mikrofinanz drin sein, so Pax-Bank-Vorstand Winfried Hinzen. Notwendig sei die Anhebung dieser Obergrenze auf mindestens 75 Prozent. Mit 25 Prozent Eigenkapitalbeteiligungen an Mikrofinanzbanken könne man dann einen "echten" Mikrofinanzfonds auflegen, wozu die Kirchenbanken bereits gemeinsame Pläne in der Schublade hätten. Den Anlegerschutz sieht Hinzen wegen der begrenzten Liquidität der Vermögensgegenstände nicht gefährdet. "Für das Risikomanagement ist eine breite Streuung in viele Länder und in jedem Land in eine Mehrzahl von Institutionen sachgerecht", meint der Kirchenbanker. Er weist zusätzlich darauf hin, dass die Mikrofinanzmärkte nur sehr gering mit den übrigen Finanzmärkten korreliert seien und Mikrofinanzbanken sich bei politischen Krisen und ökonomischen Schocks im Gegensatz zu den Geschäftsbanken in Entwicklungsländern als überaus robust gezeigt hätten. (beko|08.10.2007)

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Dr. Stephan Pesch (CiW Wirtschaftsnachrichten)



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