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Allensbach-Umfrage: Wie moralisch sind die Deutschen?


Friday, June 22nd, 2007


Sozialbetrug ist bei einem Großteil der Deutschen verpönt, Schwarzarbeit aber nur bei wenigen. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage „Moral 2007“ des Allensbach-Instituts. Insgesamt erfreulich: Das Einhalten von Werten und Normen liegt immer mehr im Trend.

Beispiel: Die eigenen Eltern achten und ehren. Immer weniger Menschen haben dafür Verständnis dass Töchter und Söhne ihre Eltern verachten. 79 Prozent der Bevölkerung betonen, dass das für sie unter keinen Umständen akzeptabel ist. Noch vor wenigen Jahren sah man die Sache lockerer. So war im Jahr 2000 nur für 65 Prozent die Verachtung der Eltern ein Tabu.

Die Liste von Einstellungen und Verhaltensweisen, die die große Mehrheit der Bevölkerung rigoros ablehnt, ist lang. 76 Prozent halten es unter keinen Umständen für akzeptabel, wenn jemand mit zu viel Promille Auto fährt. In Ostdeutschland (91 Prozent) ist Alkohol am Steuer noch verpönter als in Westdeutschland (72 Prozent).

Mehr Respekt vor Staatsgewalt

Im Laufe der 80er Jahre hatten zahlreiche Menschen ihre Einstellung gegenüber dem Gewaltmonopol des Staates relativiert. Dass man gegen die Polizei auf keinen Fall handgreiflich werden darf, meinten 1990 nur 40 Prozent der Westdeutschen. Quer durch die 90er Jahre bis in die Gegenwart ist die Einsicht in den Sinn des staatlichen Gewaltmonopols inzwischen wieder erstaunlich groß geworden, 75 Prozent der Bevölkerung sehen darin inzwischen eine unabdingbare Norm, deren Verletzung sie auf keinen Fall zu billigen bereit sind.

Auf ähnlich breite Ablehnung stößt der Genuss von Drogen wie Marihuana oder Haschisch. 74 Prozent betonen: “Auf keinen Fall”. 73 Prozent lehnen auch jegliches Verständnis ab für jemanden, der im Kaufhaus irgendwelche Kleinigkeiten stiehlt.

Sozialbetrug stößt auf breite Ablehnung

Auf der Liste der von der Bevölkerung tabuisierten Verhaltensweisen steht neben der privaten Müllentsorgung in der Natur (73 Prozent) oder Graffiti-Schmierereien (71 Prozent) vor allem auch der Sozialbetrug, also wenn jemand unberechtigt Krankengeld, Arbeitslosengeld oder andere soziale Leistungen in Anspruch nimmt. Auch hier sagen 71 Prozent: “Das darf man auf keinen Fall.” Mitte der 90er Jahre sagten das erst 64 Prozent.

Dass Schwarzarbeiten das Sozialsystem beträchtlich schädigt und Betrug am Steuer- und Beitragszahler ist, scheint die Bevölkerung nicht im gleichen Maße vor Augen zu haben: Nur jeder Vierte betrachtet die Schwarzarbeit als ein Verhalten, das unter keinen Umständen zu billigen ist. (spe|22.06.2007)




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Dr. Stephan Pesch (CiW Wirtschaftsnachrichten)



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