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Markenzeichen „Christ“: Immer mehr Firmenverzeichnisse für „gute Geschäfte“


Monday, March 19th, 2007


Suchen Sie nach ehrlichen Finanzdienstleistern oder zuverlässigen Handwerkern, mit denen Sie mehr verbindet als eine bloße Geschäftsbeziehung? Wollen Sie einen Geschäftspartner, dem Sie „blind“ vertrauen können, weil er Christ ist? Dann können Ihnen christliche „Branchenverzeichnisse weiterhelfen. Egal, was man benötigt, für fast alles gibt es Anbieter mit dem Markenzeichen „Christ“: Tischler oder Hersteller von Abendmahlsgeräten finden sich dort ebenso wie Rechtsanwälte, Lebensberater und sogar Immobilienmakler oder Werbeagenturen.

Wirklich nützlich sind solche Branchenverzeichnisse aber erst ab einer bestimmten Anbieterzahl und Angebotsbreite. Wenn zum Beispiel der einzige christliche Dachdecker aus Chemnitz kommt, ist das für einen Stuttgarter Kunden in der Regel ohne Bedeutung. Umso erstaunlicher ist es, dass es inzwischen vier eigenständige Online-Verzeichnisse im deutschsprachigen Raum gibt. Der größte Anbieter ist mit 600 Firmeneinträgen die „Christliche Kooperationsbörse“ (CKB) gefolgt von „www.christfirm.de“ mit über 300 Unternehmen. Auch das Nachrichtenmagazin ideaSpektrum bietet auf seiner Internetseite ein Verzeichnis mit etwa 300 Einträgen an, wobei mit dem „Christlichen Branchenservice“ auch eine umfassendere Printausgabe vorliegt.

Wer christliche Unternehmen ausschließlich vor Ort sucht, der kann auch in regionalen Firmenverzeichnissen nachschlagen, wie dem Branchenadressbuch „Wir dienen Euch“ für die Region Berlin-Brandenburg, das bereits im sechsten Jahrgang mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren erscheint.

Etwas aus der Reihe fällt „www.c-ynergie.com“. Mit seinen ungefähr 150 Teilnehmern versteht es sich weniger als Branchenbuch, sondern mehr als ein aktives Internet-Netzwerk christlicher Unternehmer, die sich gegenseitig unterstützen und empfehlen. Künftig planen die CKB und c-ynergie.com eine stärkere Kooperation. Abzuwarten bleibt, wie sich weitere, im Aufbau befindliche christliche Business-Portale auf dem Markt positionieren werden und welchen Erfolg sie haben werden.

Wie aber gewährleisten die Branchendienste, dass der eingetragene Unternehmer wirklich Christ ist oder sich wenigstens an Werten wie Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit orientiert? Dazu der Geschäftsführer der CKB, Frank Brandenberg: „Die Prüfung der Teilnehmer erfolgt durch Untersuchung der Homepage und durch telefonisches Nachfassen sowohl zu Beginn der Eintragung als auch zu späteren Zeitpunkten. Dazu ist eine spezielle Prüfungssoftware für die CKB Verwaltung installiert worden.“ Noch strenger ist
c-ynergie.com, wo man nur mit Empfehlung zugelassen wird.

Aber es gibt auch kritische Stimmen zum Konzept „Christen kaufen bei Christen“. Denn in Wirtschaftskreisen wird auch von schlechten Erfahrungen mit christlichen Unternehmen berichtet. Oftmals mangele es gerade christlichen Unternehmen an der Professionalität und Qualität, die man ansonsten gewohnt sei. Die CKB versucht auf dieses Problem mit einem Ranking-System einzugehen, das aber bislang kaum genutzt wird. Weiterer Einwand: Durch die Einengung auf Geschäfte mit Christen würden eventuell evangelistische Chancen in der Wirtschaft versäumt. (beko|21.02.2007)




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Dr. Stephan Pesch (CiW Wirtschaftsnachrichten)



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