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Hohes Wachstumspotential für Nachhaltigkeitsfonds? ABN-Amro-Tochter untersucht Anlegerverhalten


Tuesday, December 26th, 2006


Die deutsche ABN AMRO Asset Management hat eine Studie vorgelegt, die das Verhalten von privaten Anlegern untersucht im Hinblick auf sogenannte Nachhaltige Geldanlagen. Das Tochterunternehmen der niederländischen ABN Amro MRO Bank N.V. teilte dazu wie folgt mit:

Nachhaltiges Investieren, das ökologische und soziale Ziele mit wirtschaftlich vernünftigen Investitionsentscheidungen verbindet, wird für europäische Privatanleger immer wichtiger. So genannte Socially Responsible Investments (SRI) sind inzwischen auf über eine Billion Euro angewachsen, so das European Social Investment Forum (Eurosif). In Deutschland stieg das SRI-Volumen auf 5,3 Mrd. Euro – im Vergleich zu anderen europäischen Anlegern investieren die Deutschen noch eher zurückhaltend in diese Anlageform. Dies liegt nach Ansicht von ABN AMRO Asset Management zum einen an dem geringen Bekanntheitsgrad von Nachhaltigkeitsfonds in Deutschland. Zum andern scheinen Privatanleger zu glauben, dass nachhaltiges Investieren mit Renditeeinbußen einhergehe. Zu diesem Ergebnis kommt eine von ABN AMRO Asset Management in Auftrag gegebene Studie, die Nachhaltigkeitsfonds ein hohes Wachstumspotential vorhersagt.

Im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn sind deutsche Anleger am wenigsten mit Nachhaltigkeitsfonds vertraut: Nur 26% wissen, dass es diese Fonds überhaupt gibt, während sie in den Niederlanden (75%) viel bekannter sind – so die von ABN AMRO Asset Management in Auftrag gegebene Studie, für die über 900 Privatanleger in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden befragt wurden. Dem geringen Bekanntheitsgrad in Deutschland entspricht, dass nur 1% der deutschen Anleger tatsächlich in Nachhaltigkeitsfonds investiert.

Allerdings weist die Studie auch ein enormes Investitionspotential für Nachhaltigkeitsfonds nach. So würden 88% der europäischen Privatanleger, die bereits in solche Fonds eingezahlt haben, dies wieder tun. Und auch die Mehrheit der noch nicht in Nachhaltigkeitsfonds engagierten Anleger, nämlich 58%, würde sich, wenn sie hierfür Geld übrig hätte, für ein nachhaltiges Investment entscheiden. 62% der befragten Privatanleger insgesamt signalisieren diese Bereitschaft. Die Niederländer und Deutschen liegen etwas unter diesem Durchschnitt (58% und 59%), während Franzosen und Briten am meisten dazu bereit sind, ihr Geld in nachhaltige Anlagen zu investieren (67% und 65%).

Befragt nach ihrem Anlageverhalten, beschreiben 68% der Anleger, die bereits in Nachhaltigkeitsfonds investieren, sich eher als defensiv oder neutral. Demgegenüber verwenden nur 56% der Vergleichsgruppe diese Begriffe zur Charakterisierung ihres Portfolios. Die restlichen 44% der nicht in Nachhaltigkeitsfonds investierten Anleger bezeichnen ihre Investmentstrategie als dynamisch oder sogar als gewagt. Daraus lässt sich ablesen, dass nachhaltige Anleger weniger bereit sind, große Investitionsrisiken in Kauf zu nehmen als Anleger, die nicht in Nachhaltigkeitsfonds investieren.

Dementsprechend unterschiedlich sind die Erwartungen an die Rendite: So erwarten die nicht nachhaltig investierenden Anleger auch von Nachhaltigkeitsfonds eine Rendite, die mindestens genauso hoch ist wie die der etablierten Investmentfonds. Dagegen finden nachhaltig investierende Anleger die Rendite ihrer Investments weniger wichtig. Dies lässt vermuten, dass Anleger der falschen Annahme unterliegen, mit nachhaltigen Investments ließen sich keine attraktiven Erträge erwirtschaften. Dabei erzielten die besten von Standard & Poors gerateten, nachhaltig investierenden Aktienfonds über die letzten drei Jahre eine durchschnittliche Rendite von 70 Prozent.

Nach Ansicht von Michael Geier, Geschäftsführer und Leiter des Publikumsfondsgeschäfts bei der ABN AMRO Asset Management (Deutschland) GmbH, legen die Ergebnisse der Studie nahe, dass der Markt für nachhaltige Investments noch ein großes Wachstumspotential hat. „Wir glauben, dass das Gesamtvolumen nachhaltig gemanagten Vermögens in Deutschland bis Ende 2008 auf voraussichtlich EUR 17,2 Mrd. anwachsen wird. Davon werden 9,5 Mrd. Euro auf das Institutionelle Geschäft entfallen und 7,7 Mrd. auf den Retailbereich.




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Robin Keppel (CSR NEWS)

Robin Keppel is editor at CSR NEWS.

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