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Pünktlichkeit ist keine deutsche Tugend mehr


Wednesday, December 20th, 2006


Die Deutschen, einst Inbegriff preußischer Tugenden, zeigen einen ungeahnten Hang zur Unpünktlichkeit. Nur 18 Prozent legen Wert auf absolute Pünktlichkeit, stellt die internationalen Studie „Manieren“ der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) fest. Die Studie wurde in 20 Ländern Europas und in den USA durchgeführt. Gleichzeitig sind Deutsche bei Verspätungen von Freunden viel großzügiger als alle anderen europäischen Länder. Mehr als die Hälfte hält eine Verspätung von fünf bis 15 Minuten für akzeptabel. Allerdings ist bereits die „akademische Viertelstunde“ für 98 Prozent der Deutschen die maximale Wartezeit. Im europäischen Durchschnitt halten dagegen vier von zehn Befragten absolute Pünktlichkeit bei externen Verabredungen mit Freunden für wichtig. Ein gutes Viertel hält es sogar für angebracht, etwas früher einzutreffen.

Höflich: Essen ohne Handy

Bei anderen Fragen zu Manieren und Höflichkeit befindet sich Deutschland aber leicht über dem europäischen Durchschnitt: Was tun, wenn das Handy während eines Essens im Restaurant klingelt? Vier von zehn Europäern sind der Meinung, dass das Handy beim Essen ausgeschaltet sein sollte. In Deutschland gehört das Abschalten von Handys bei 50 Prozent der Befragten zum guten Ton. Ein Viertel der Europäer hält es auch für angemessen, dass man den Anruf annimmt, jedoch außerhalb des Lokals das Gespräch fortsetzt. Rund ebenso viele halten es für ein höfliches Verhalten, den Anruf anzunehmen – allerdings nur für ein kurzes Gespräch. Mit 8 Prozent ist es nur ein kleiner Teil der Befragten, der es für höflich hält, ein Telefon im Restaurant klingeln zu lassen und den Anruf nicht zu beantworten. In einem Punkt herrscht Einigkeit: Fast alle Befragten halten es für unhöflich, dass man das Telefon abnimmt und am Tisch so lange spricht wie man möchte.

Rauchverbot in Räumen akzeptiert

Auch das Rauchen wird bei abendlichen Einladungen sehr kritisch gesehen. Über alle Länder hinweg halten mehr als zwei Drittel ein Rauchverbot in Räumen für akzeptabel, wenn im Freien, wie beispielsweise auf der Terrasse oder im Garten, geraucht werden darf. Ein generelles Rauchverbot seitens des Gastgebers im Innen- und Außenbereich empfinden bloß 13 Prozent für eine angemessene Regelung. (beko|18.12.2006)




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Dr. Stephan Pesch (CiW Wirtschaftsnachrichten)



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