Wenn Christen Entscheidungen von Unternehmern und Managern moralisch verurteilen, können sie leicht falsch liegen. Außenstehende könnten kaum beurteilen, ob Gott in die Entscheidungen auf den Chefetagen mit einbezogen werde, meint der Volkswirt und Staatssekretär a.D. Norman van Scherpenberg. Man sehe es den Entscheidungen und Handlungen nicht an. Es könne zwar durchaus gerechtfertigt sein, wenn sich Bischöfe, Pastoren oder andere Gläubige über die Unternehmer und Manager erheben, aber der Glaube liefere nicht das Handwerkszeug, dies zu beurteilen. Nicht was wir tun, ist das entscheidende Kriterium dafür, ob wir Gott mit auf die Chefetage genommen haben, sondern warum wir es tun, gibt Scherpenberg zu bedenken.
Ob Gott also auf der Chefetage des Kanzleramtes, des Verteidigungs- oder des Finanzministeriums oder in irgendeinem großen oder kleinen Unternehmen mit dabei sei oder außen vorgelassen werde, könnten zuverlässig nur die Handelnden beurteilen, nicht die Betrachter. Manager hätten meistens keine Möglichkeit, unangenehme Entscheidungen zu vermeiden. Als Beispiel nennt Scherpenberg eine Fabrikschließung, nachdem ein vielversprechendes neues Produkt am Markt gescheitert sei. Eine andere Entscheidung sei nicht zu rechtfertigen, aber bei der konkreten Umsetzung der Entscheidung hätte ein Manager Wahlmöglichkeiten. Die Bergpredigt können dabei Norm für verantwortliches Handeln und praktisches Leben auf den Chefetagen sein. (spe|12.12.2006)