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Diakonie fordert: freien Wettbewerb durch fairen Wettbewerb ersetzen


Friday, December 15th, 2006


Berlin > Das Diakonische Werk der EKD fordert die Bundesregierung auf, während ihrer Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 die soziale Dimension der EU und ihren sozialen Zusammenhalt zu stärken. Sie möge diese Zeit auch für eine gemeinsame und wirksame europäische Menschenrechtspolitik nutzen. In einem Eckpunktepapier hebt die Diakonie hervor, dass alle Initiativen und die Fortführung bereits laufender EU-Maßnahmen auf ihre sozialen Auswirkungen für die Menschen in den Mitgliedstaaten hin geprüft werden müssen:

Der Begriff des fairen Wettbewerbs müsse auf europäischer wie auch auf globaler Ebene den des freien Wettbewerbs ersetzen und durch belastbare Regelungen und Verträge abgesichert werden. “Wettbewerbsverzerrungen durch Kinder- und Sklavenarbeit sowie durch fehlende soziale Sicherungssysteme dürfen nicht hingenommen werden”, betont der sozialpolitische Vorstand des Werkes, Bernd Schlüter. Gleichzeitig habe die Europäische Union sicherzustellen, dass unter sozial- und ökologisch vertretbaren Bedingungen produzierte Waren der Entwicklungs- und Schwellenländer auch den europäischen Markt erreichen können.

Das Diakonische Werk der EKD erwartet soziale Fortschritte, wenn die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung betont, dass ein Schwerpunkt der deutschen Präsidentschaft in der Stärkung des europäischen Wirtschafts- und Sozialmodells als “Zukunftsmodell” für Europa liege. “Es muss sichergestellt werden, dass alle Mitgliedstaaten einen Mindestanteil ihres Bruttoinlandsprodukts für das Sozial- und Gesundheitswesen aufwenden, um den oft noch prekären Sozialschutz der Bevölkerung insbesondere in den Beitrittsländern zu verbessern. Die bestehenden eklatanten Wettbewerbsverzerrungen in der Preisbildung von Waren und Dienstleistungen sollten zugleich verringert werden, bekräftigt Schlüter. Dies dürfe jedoch nicht zur Folge haben, dass gut ausgebaute Sozialsysteme zurückgeführt werden.




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Achim Halfmann (CSR NEWS)

Achim Halfmann is CSR NEWS' managing director and editor-in-chief.

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