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Von Verlorener Tuchfühlung und fehlender Aufklärung – über die Hemmnisse, nachhaltig zu handeln


Friday, December 1st, 2006


Vergangen Montag, den 27.11.06, diskutierte Klaus Krumme (Dipl. Umwelt-Wiss., Geschäftsführer des Zentrums für Logistik und Verkehr – ZLV – der Universität DuE) im Rahmen der Ringvorlesung „Großer Wurf oder Mogelpackung? Die UN-Millenniumsentwicklungsziele“ das MDG 7 unter dem Titel „Schutzkonzepte für den Naturhaushalt als Grundlage Nachhaltiger Entwicklung”.

Krumme stellte die Konzeption seines Forschungsprojektes „BIORegMeru“ (erweitert um Learning BIORegMeru) dar, welches sich vornehmlich die Gründung eines Forschungsinstituts in mit gemeinsamen Studiengängen und verschiedenen Forschungsdisziplinen, vor allem die Ressourcenforschung, als Ziel hat.
Der Ansatz beruht neben wirtschaftlichen und soziokulturellen Aspekten auch auf Ökologie und der Einbeziehung der Bevölkerung. Diese „bioregionale“ Strategie wird durch den Ansatz der Lernenden Region (LearnReg) unterstützt, der auf nachhaltige Humankapazitätsentwicklung vor Ort abzielt.

Ökologische Nachhaltigkeit wird meistens im Hinblick auf Industrieländer diskutiert, doch wird dabei außer Acht gelassen, dass gerade in Entwicklungsländern dies ein Thema höchster Priorität ist. Denn dort ist die Natur existentielle Grundlage, da sie meist die einzige Einnahmequelle darstellt. Der Zusammenhang zwischen Umwelt und Armut bildet demnach eine Schlüsselbedingung für nachhaltige Entwicklung (in Anlehnung an Klaus Töpfer).

In Entwicklungsländern existieren keine Puffermechanismen wie in Industrieländern, wo ein klarer Zusammenhang zwischen menschlichem Handeln, ökologischer „Un-Nachhaltigkeit“ und den Reaktionen der Natur nicht gegeben ist. Die Menschen in den Entwicklungsländern sind also direkt betroffen, das Bild der Savannen-Idylle löst sich mit diesen Gedanken auf.

Die Gebiete um die Nationalparks stellen das eigentliche dar, welche eher an den Titel „Paradise lost“ erinnern. Umweltschutz wird nur in den privatisierten Parks betrieben, welche als insulare Systeme zu bezeichnen sind, dessen Grenzen von politischer Hand, und daher ökologisch wenig sinnvoll, gezogen sind. Trockenheit, zügellose Urbanisierung und unaufgeklärter Umgang mit natürlichen Ressourcen (u.a. die ausnahmslose Fliessgewässernutzung) treiben den Prozess voran.

Als äußerst schwierig stellt sich die Interessensvermittlung zwischen wirtschaftlichen Interessen (Tourismus), Umweltschutz (insbes. Tiere) und den Landnutzern dar. Eine ökologisch funktionale Raumplanung muss auch die Nutzungsrechte anderer Parteien berücksichtigen. Doch wo liegen die Grenzen der Nutzung? Es scheint evident anzumerken, dass speziell ökologische Kapazitäten, je nach Region verschiedenartig, soziale und wirtschaftliche Entwicklung limitieren.

Klar ist in dem Vortrag geworden, dass – besonders in Kenia – die generelle Nutzbarkeit ökologischer Räume gegen die Landschaftsromantik siegt.

Was in den betroffenen Gebieten fehlt ist eine partizipative Verankerung ökologischer Nachhaltigkeit, die Integration des Bewusstseins für eben genannte Inhalte, sowie die Förderung der Identifikation mit dem Land, kurzum: Aufklärung und Langfristigkeit.

Was in den Industrienationen fehlt, ist die Tuchfühlung. Aufgeklärt, aber entfremdet stehen diese der Natur gegenüber. Es liegt an beiden, voneinander zu lernen.

Die Initiative für Nachhaltigkeit lädt auch zum vorletzten Vortrag der Ringvorlesung ein:

„Umsetzung der UN Millenniumziele als Herausforderung für Global Governance“
von Prof. Dr. Walter Eberlei, Professor für Soziologie, insbesondere internationale Entwicklungen,
FB Sozial- und Kulturwissenschaften an der Fachhochschule

Montag, 04.12.06
18.15 Uhr, Universität – Essen
Campus Essen Kasino, Universitätsstr. 2, 45141 Essen

ganz besonders aber zum großen Finale, der Podiumsdiskussion:

Podiumsdiskussion zum Millenniumziel 8 „Entwicklungspartnerschaften“ u. a. mit
Dr. Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Komitee Cap Anamur /Deutsche
Notärzte e.V., Stephan K. Ohme, Beauftragter für die Millenium-Entwicklungsziele im
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und
Peter Hiedl, Forum für internationale Friedensarbeit e.V. Essen

Moderation: Prof. em. Dr. Phil. Franz Nuscheler, Senior Fellow des Instituts für
Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg – Essen

Montag, 11.12.06
18.15 Uhr, Universität Duisburg – Essen
Campus Essen, Universitätsstr. 2, 45141 Essen

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Katrin Bosnjak (Initiative für Nachhaltigkeit)

Initiative Nachhaltigkeit Universität Duisburg Essen - Ziele und Grundsätze "Nachhaltigkeit hat das Ziel, durch verantwortungsvolles Handeln in den Bereichen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft für jetzige und zukünftige Generationen Lebensqualität zu schaffen." Die Initiative für Nachhaltigkeit hat sich im April 2005 zusammengeschlossen, um Studierenden, DozentInnen sowie der interessierten Öffentlichkeit in Essen das facettenreiche Leitbild der Nachhaltigkeit näher zu bringen. Wie an anderen Universitäten (z.B. Berlin, Köln, Passau) soll das Netzwerk der Nachhaltigkeit unter Studierenden und DozentInnen auch in Duisburg-Essen wachsen. Im Zuge der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und als Mitglied des Copernicus-Netzwerkes wollen wir einen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung der Universität Duisburg-Essen leisten. Mit der interdisziplinären Vortragsreihe wollen wir weitere Initiativen und Projekte in Wissenschaft und Praxis an der Universität Duisburg-Essen anstoßen. Sich mit dem Thema einer nachhaltigen Entwicklung auseinanderzusetzen heißt für uns, Zukunft zu gestalten. Wir möchen uns gemeinsam mit Interessierten vergegenwärtigen, worum es für die Weltbevölkerung, für unser Land, für unser soziales Umfeld sowie für uns als Individuen geht und gehen kann, wenn wir über Zukunftsfähigkeit - eine nachhaltige Entwicklung - sprechen: Wie schaffen wir eine Welt, die heutigen und zukünftigen Generationen Lebensqualität und Wohlstand ermöglicht?

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